Glaube

Tausende Muslime feiern in Freiburg gemeinsam das Ende des Ramadan

Sina Schuler

Einen Monat lang haben sie gefastet: Am heutigen Dienstag feiern Muslime das Ende des Ramadan. Tausende Gläubige aus Freiburger Gemeinden kamen dafür in der Messe zusammen.

Das Ende des Ramadan feierten Muslime am Dienstagmorgen in der Messehalle 2. Es war das erste Mal, dass drei Freiburger Gemeinden – das Islamische Zentrum, die DITIB-Gemeinde und der Bildungs- und Begegnungsverein Freiburg – zum Fastenbrechen zusammenkamen. Idris Yapca vom Islamischen Zentrum hat mit der BZ über die besondere Feier gesprochen.

BZ: Herr Yapca, so groß haben die islamischen Vereine das Ende des Fastenmonats sonst nicht gefeiert. Wie kam es dazu?
Yapca: Diese Idee gibt es schon sehr lange, viele Menschen haben sich das seit eh und je gewünscht. Das musste jemand einfach mal anpacken. Das Islamische Zentrum hat das dann in die Hand genommen und die anderen beiden Gemeinden angefragt. Wir freuen uns sehr, dass wir nun zusammen feiern konnten.

BZ: Und damit haben Sie – zumindest für einen Tag – Ihr Platzproblem gelöst.
Yapca: Schon zu den Freitagsgebeten reicht der Platz im Islamischen Zentrum nicht aus. Beim Ramadan-Festgebet oder zum Opferfest platzen wir aus allen Nähten. Wir haben 1200 bis 1500 Besucher an diesen Festtagen und beten dann auf dem Parkplatz und auf den Gehwegen. Da sind wir natürlich auch immer vom Wetter abhängig. Dieses Problem hatten wir diesmal nicht.
"Die Menschen waren entspannt und zufrieden. Dass so viele Muslime zusammenkommen und gemeinsam beten – es waren sicher um die 80 Nationalitäten – war etwas ganz Besonderes."

BZ: Wie viele Menschen haben denn dieses Jahr gemeinsam gebetet?
Yapca: Zum Morgengebet um fünf Uhr war noch nicht so viel los. Das ist eigentlich immer so, es waren vielleicht 100 Leute da. Aber später kamen Busse und Straßenbahnen waren voll. Zum Festgebet gegen sieben schätzen wir, dass es mindestens 4500 Menschen waren.

BZ: Wie war die Atmosphäre?
Yapca: Es war sehr friedlich und sehr feierlich. Die Menschen waren entspannt und zufrieden. Dass so viele Muslime zusammenkommen und gemeinsam beten – es waren sicher um die 80 Nationalitäten – war etwas ganz Besonderes. Und auch für die Kinder war viel geboten, auch ein Clown kam noch rein. Zum Ende des Ramadan ist es üblich, dass die Kinder Geschenke bekommen, meistens Süßigkeiten. Für sie ist es ja auch ein ganz besonderer Tag. Vor allem eine Erfahrung sollen sie mitnehmen: dass sie ihren Glauben leben können.

BZ: Wie bedeutsam ist das Ramadan-Fest für Muslime?
Yapca: Wir haben einen Monat lang gefastet, so wie es im Koran vorgeschrieben ist. Jeder Mensch erlebt diese Zeit anders, für alle aber ist es eine intensive Zeit. Man nimmt so viel Positives mit und freut sich dann, dass man diese schöne Zeit gemeinsam beenden kann.

BZ: Gibt’s jetzt jedes Jahr ein so großes Fest in Freiburg?
Yapca: Wir möchten das gerne wiederholen, aber es ist natürlich auch eine finanzielle Frage. Schön wäre es, wenn wir auch das Opferfest (Fest zur Wallfahrt nach Mekka, Anmerk. der Redaktion) so groß und gemeinsam feiern können. Wir wollen unseren Glauben und unsere Tradition leben. Und auch wenn wir eine Minderheit sind, wollen wir den Muslimen in Freiburg etwas geben.
Zur Person

Idris Yapca ist Vorstandsmitglied des Islamischen Zentrums im Stühlinger. Der 42-Jährige wohnt in Munzingen.