Surrealistisch, skurril, intim: Die Künstlerin Janine Machiedo erzählt mit ihren Bildern Geschichten

Ines Tondar

Ihre Bilder sind surrealistisch und besitzen skurrile Kompositionen. Die Künstlerin Janine Machiedo erzählt mit ihren Arbeiten Geschichten, die Du ab Samstag in der hilda5 bestaunen kannst.

Mit ihren Konzept-Fotos kreiert Janine Machiedo unwirkliche Fantasiewelten, die aber immer etwas mit ihrem eigenen Leben zu tun haben. "Die Bilder sind wie ein Tagebuch für mich", sagt die Künstlerin aus Rheinhausen. Wie der Name bereits verrät, folgen die Fotos einem Konzept, welches sich Janine zuvor überlegt hat. Es kann aber auch ein bestimmtes Thema sein, wie es in ihrer Bücher- oder Kaffee-Serie der Fall ist.


Die Selbstporträts nimmt die Künstlerin entweder mit einem Selbst- oder Funkauslöser auf. Das Fotografieren ist für Janine eine "sehr intime Sache", bei der sie am liebsten alleine bleibt. Außer ihrer Canon 5D benutzt sie nur wenig Equipment. "Der Vorteil davon ist, dass ich von überall aus arbeiten kann. Ehrlich gesagt reicht eine weiße Wand", erklärt Janine. Der aufwendigste Teil der Arbeiten geschieht jedoch erst, nachdem das Foto aufgenommen wurde.

Künstlerin, nicht Fotografin

Aus diesem Grund möchte Janine auch nicht als Fotografin bezeichnet werden, sondern als Künstlerin. "Die Kamera ist für mich nur ein Werkzeug, das ich brauche um meine Kunst zu machen". Mit digitaler Bildbearbeitung werden dann die einzelnen Elemente am Computer zusammengesetzt. Die Kenntnisse für die komplizierten Programme hat sich Janine selbst beigebracht. Erst, wenn die Bilder zu ihr sprechen, ist die 32-Jährige zufrieden, "auch wenn es manchmal ein paar Tage dauert".

Inspiration für ihre Bilder findet Janine überall, sei es in Gesprächen mit Freunden, in Büchern oder Träumen. Am besten arbeite sie jedoch unter Zeitdruck. Ihre Aufmerksamkeit für kleine Details schult Janine mit dem Fotografieren schon seit vielen Jahren. Die Selbstporträts hat die Vollzeit-Mama etwa vor zweieinhalb Jahren begonnen. Da ihre Mutter selbst als Künstlerin arbeitete, war Janine von klein auf mit Aquarellen und Ölgemälden umgeben.

Magritte, Hopper und Klimt als Vorbilder

Auf die Frage nach Vorbildern oder Einflüssen fällt Janine als Erstes der Surrealist Réne Magritte ein. Der belgische Künstler setzt sich in seinen Gemälden besonders mit rätselhaften Gegenständen und Inhalten auseinander. An Edward Hopper interessiere sie die Entfremdung und die Räumlichkeit seiner Gemälde, an Gustave Klimt seine wiederkehrenden Muster.

Um die Kunstwerke der Öffentlichkeit zu präsentieren, nutzen viele Künstler soziale Netzwerke. "Ich benutzte überwiegend Facebook und Instagram, dort hat sich mittlerweile eine schöne Gemeinschaft gebildet." Je mehr Ausstellung sie mache, desto weniger interessiere sie sich aber für soziale Netzwerke: "Ich verbringe immer weniger Zeit im Internet und schaue lieber öfters in die wirkliche Welt."

Ausstellung "Unmöglichkeiten" in der hilda5

Am Samstag findet ihre Vernissage zur Ausstellung in der hilda5 statt, wo sogar fünf unveröffentlichte Arbeiten zum ersten Mal gezeigt werden. Der Titel "Unmöglichkeiten" funktioniere auf verschiedenen Ebenen, so Janine. "Zum Einen habe ich Bilder, die einfach nicht sein können, sie sind märchenhaft und besitzen ihre eigene Wirklichkeit." Zum Anderen erfindet Janine in ihrer Serie "Melinda Dolores" eine Frau, die geradezu unmöglich ist.

Auch wenn die Künstlerin schon bald von Rheinhausen in die Landeshauptstadt Berlin zieht, kehrt sie regelmäßig für Ausstellung und Künstlermärkte zurück in die Heimat.

Conceptual Fine Art Photography by Janine Machiedo


Was: Vernissage der Ausstellung "Unmöglichkeiten"
Wann: am 4. März ab 18 Uhr
Wo: in der hilda5, Hildastraße 5, 79102 Freiburg
Die Bilder sind bis zum 29. März in der hilda5 zu sehen.