Subway kommt nach Freiburg zurück

Frank Zimmermann

Bis Anfang 2011 hatte die Sandwichkette Subway in Freiburg vier Filialen. Jetzt kommt sie zurück - demnächst eröffnet eine erste Filiale im Hauptbahnhof.



Die Eröffnung erfolgt um den 10. November herum in just jenen Räumen, wo Subway früher schon seine belegten Brote verkauft hat. Weitere Filialeröffnungen sollen folgen.


Anfang 2011 hatte sich Franchisenehmerin Nicole Blechschmidt von der Sandwichkette Subway losgesagt und mit anderen die neue Imbisskette Mr. Sub gegründet. Sie umfasste zeitweise bundesweit bis zu 50 Filialen. In Freiburg wurden damals alle Subway-Filialen zu Mr. Sub. Das Konzept der "Abtrünnigen" war fast identisch mit jenem von Subway. Genau das wurde für sie zum Problem. Der Fastfoodriese – die Kette hat 66 Filialen in Baden-Württemberg, bundesweit 600 und weltweit mehr als 40.000 – zog gegen die Mr. Subs vor Gericht – mit Erfolg.

Die Klage gegen Blechschmidt wurde vor dem Landgericht Mannheim verhandelt. Dabei ging es um Lizenzgebühren. Diese habe die Franchisenehmerin nicht mehr gezahlt, weshalb man den Vertrag gekündigt habe, berichtet André Löffler, Gebietsleiter von Subway für Baden-Württemberg. Ein zentraler Streitpunkt waren die Markenrechte: Zu ähnlich waren Subway die Produkte und das Aussehen der Mr.-Sub-Geschäfte. "Das war ein Plagiat", findet Löffler.

"Wir haben die von Subway betriebenen Prozesslawinen (...) nicht durch den Verkauf von Sandwiches finanzieren können." Nicole Blechschmidt
Das Gericht sah dies ähnlich und entschied für Subway. Blechschmidt hätte das Erscheinungsbild der Läden stark verändern müssen, was teuer geworden wäre. "Da wir nach dem Urteil gezwungen waren, innerhalb kurzer Zeit für einige 10.000 Euro pro Filiale umzubauen oder einen hohen sechsstelligen Betrag als Zwangsgeld zu bezahlen, haben wir uns schweren Herzens entschlossen, unsere Geschäfte abzuwickeln", erklärt Blechschmidt. Ihre Filialen hätten aufgrund der Klagen im Oktober 2012 Insolvenz angemeldet. "Wir haben die von Subway betriebenen Prozesslawinen bis in höchste Instanzen und den damit verbundenen Kosten nicht durch den Verkauf von Sandwiches finanzieren können." Löffler ärgert sich über die Abspaltung: "Man kann sich nicht das Know-how holen und dann sagen: ‘Wir brauchen euch nicht mehr.’"

Fortführung auf Dauer war unrealistisch

Löffler glaubt zu wissen, dass die Umsätze der Mr.-Sub-Filialen nach der Abspaltung dramatisch eingebrochen seien, an manchen Standorten um 50 bis 70 Prozent. Blechschmidt behauptet das Gegenteil: Alle Mr.-Sub-Filialen seien vom Start weg erfolgreicher gewesen.

Blechschmidt hatte in Freiburg Filialen am Martinstor, im Hauptbahnhof, im Mediamarkt an der Bettackerstraße und nach einem Umzug aus dem Rieselfeld noch an der Heinrich-von-Stephan-Straße, zudem weitere Filialen in Lörrach, Offenburg, Hohberg (bei Offenburg) und Lahr. Insgesamt habe sie 54 Mitarbeiter beschäftigt, 20 von ihnen in Freiburg. Die Entscheidung, von Subway wegzugehen und eine neue Marke aufzubauen, habe sie nie bereut. "Nachdem uns Subway einerseits genötigt hatte, schnell zu expandieren, weil Subway sonst mit anderen Franchisenehmer in unserem Gebiet expandiert hätte, haben wir festgestellt, dass es nicht wirtschaftlich möglich ist, viele Filialen in einer Hand zu führen."

Franzose als neuer Franchisenehmer

Nach und nach schlossen die Freiburger Mr. Subs, die Insolvenzverwalter Ulrich Nehrig von der Kanzlei Pantaleon genannt Stemberg zunächst weiterzuführen versucht hatte: die am Martinstor im Dezember 2012, die im Mediamarkt im April 2013 und zuletzt Ende September die im Hauptbahnhof. "Für uns war klar, dass wir allein auf Dauer nicht bestehen können", sagt Björn Ehler, Mitarbeiter des Insolvenzverwalters. Es habe Mietrückstände gegeben. Die Filiale am Martinstor weiterzubetreiben sei wirtschaftlich schwierig gewesen – "die Miete dort war nicht gering".

Im Mediamarkt sei ihnen das Personal abgesprungen, mit dem Vermieter im Bahnhof habe man sich darauf geeinigt, aus dem Vertrag auszusteigen, wenn sich ein anderer Mieter findet. Hinzu kommt: Auch der Insolvenzverwalter hätte die Läden grundlegend verändern müssen, um eine Klage zu vermeiden. Drei Mitarbeiter von Mr. Sub wird Subway laut Ehler im Bahnhof übernehmen. Einen geringen fünfstelligen Betrag zahle Subway für das Inventar.

Für das Subway-Comeback in Freiburg zeichnet der Franzose Richard Laville als neuer Franchisenehmer verantwortlich. Subway setzt ganz auf ein Franchisesystem, bei dem jeder Filialist sein eigener Unternehmer ist. Man wolle so schnell es geht wieder mehrere Filialen in Freiburg. Vier seien in ein bis zwei Jahren das Ziel, für acht gebe es genügend Potenzial, sagt Löffler. "Wir werden aber Zeit brauchen, um alles wieder aufzubauen."

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