StudiVZ entfernt Vermissten-Suchplakat

Philipp Aubreville

Seit vergangenem Donnerstag wird die 21jährige Tanja Gräff aus Korlingen bei Trier vermisst. Freunde der jungen Frau spannten für die Suche das StudiVZ ein. Die Macher des Netzwerks unterstützten die Suche kurzfristig – und entfernten den Hinweis trotz unveränderter Sachlage heute wieder, ohne Angabe von Gründen. Schon zuvor hatte die Veröffentlichung des Plakats Widerspruch ausgelöst: Einerseits eine plakative Suchaktion, andererseits der wiederholte Hinweis darauf, keinen Kontakt zu Medien aufzunehmen.

                



Die Studentin Tanja Gräff ist an der Uni Trier immatrikuliert. Zuletzt gesehen wurde sie  am Donnerstag bei einem FH-Sommerfest um 3:50 Uhr.


Bereits am Freitag, dem Tag nach dem Verschwinden der Studentin, hatten ihre Freunde mit Plakaten versucht, die Polizeiarbeit zu unterstützen. Die Polizei erklärte in einer Pressemitteilung dann auch, dass „die Unterstützung von Seiten der Trierer Studenten bei der Aufklärung des Falles sehr positiv zu bewerten“ sei.

Doch die studentische Hilfe bleibt nicht auf den Trierer Raum beschränkt. Im StudiVZ, einer digitalen Studentencommunity, wurden diverse Aktionen auch von anderen Hochschülern mitgetragen: sie luden das Suchplakat als Profilbild hoch oder traten Gruppen bei, die die Suche koordinieren. Auch die Betreiber des StudiVZ beteiligten sich zunächst und platzierten das mit der Hauptgruppe verlinkte Plakat am attraktiven linken Rand – direkt unterm Menü und dem so genannten „Botschafter des Tages“.



Doch seit Mitternacht ist die Hilfestellung plötzlich wieder verschwunden. Warum, darauf gibt es bisher noch keine Antwort. Beim StudiVZ konnten wir heute keinen Ansprechpartner erreichen. Vielleicht wurde das Suchplakat entfernt, weil sich einige Communitymitglieder im Zuge der Suchaktion zu profilieren suchten. Diese Theorie wurde jedenfalls in einer der Gruppen geäußert.Die Polizei Trier beurteilt das Online-Engagement positiv: Da es noch keine heiße Spur gebe, sei man „über jede Person froh, die der Polizei Futter“ liefere, erklärte Polizeisprecher Reinhard Rothgerber im Gespräch mit fudder.