Studieren in Basel: Wie man als Deutscher einen Studienplatz in der Schweiz bekommt

Daniel Gramespacher

Noch nie waren so viele Studierende und Doktoranden an der Uni Basel eingeschrieben. Doch die Zahl der Studienanfänger aus Deutschland ist rückläufig. Der Grund: falsche Informationen über die Zulassung. Dabei ist es gar nicht so schwierig, einen Studienplatz in Basel zu bekommen:

Insgesamt 12.037 Studierende und Doktoranden waren im Herbstsemester 2011 an der Uni Basel eingeschrieben. 2805 davon, 23,3 Prozent  der Immatrikulierten, haben ihre Hochschulreife im Ausland erlangt. 1810, also fast zwei Drittel davon wohnten vor Studienbeginn in Deutschland. Mithin kommt fast jeder siebte Student oder Doktorand der Uni Basel aus Deutschland. Der ganz überwiegende Teil kommen aus dem grenznahen Südbaden. Dr. Markus Diem, Leiter der Studienberatung der Uni Basel schätzt ihren Anteil auf 80 bis 90 Prozent.


Während damit die Zahl deutscher Immatrikulierter erneut leicht gestiegen ist, nahm die Zahl der Studienanfänger aus Deutschland nach fünf Jahren mit steigenden Zahlen vergangenen Herbst erstmals ab. Auch die Resonanz des Infotages im Januar bei deutschen Gymnasiasten war deutlich geringer als üblich. Diem führt dies unter anderem auf falsche Informationen zurück, die an baden-württembergischen Gymnasien über die verschärften Zulassungsbeschränkungen in der Schweiz verbreitet wurde.

Es sei der Eindruck vermittelt worden, mit deutschem Abi könne man in Basel nicht mehr studieren. Dies sei komplett falsch. Richtig sei vielmehr, dass es für deutsche Abiturienten nach wie vor wesentlich einfacher sei, in Basel einen Studienplatz zu bekommen als etwa an der Universität in Freiburg im Breisgau.

Überfüllte Hörsäle sind in Basel die Ausnahme

Dass das Interesse an Basel wegen des Geldes rückläufig ist, verwundert nicht. Immerhin sind pro Semester 700 Franken Studiengebühren fällig. Im Jahr macht das beim aktuellen Wechselkurs fast 1200 Euro. Die Zulassungshürden selbst seien aber viel niedriger als bisweilen angenommen wird, betont Diem. Mehr als die Hälfte der deutschen Abiturienten erreiche im Abschlusszeugnis eine Durchschnittsnote von 2,5 oder besser. Und in den auch in stark nachgefragten Fächern wie Psychologie oder Medienwissenschaft, in denen zwingend ein deutscher Studienplatz nachzuweisen ist, empfiehlt Diem, dies nicht etwa mit Bewerbungen an beliebten deutschen Unis zu versuchen, an denen die Zulassungshürden noch höher seien als in Basel, sondern sich an einer oder besser mehreren weniger beliebten Unis, etwa im Osten, zu bewerben.

"Für den, der will, ist ein Studienplatz in Basel dann kein Problem", versichert der Leiter der Studienberatung. Und er führt gleich zwei Vorzüge an: Wer in Grenznähe wohnt, muss für die Uni vor der Haustür nicht mal umziehen. Und die Betreuungsquote sei um ein vielfacher besser als in den meisten deutschen Unis. Überfüllte Hörsäle sind in Basel die Ausnahme.

Dass die Wachstumskurve bei der Studierendenzahl abflacht – 2011 lag der Zuwachs der Immatrikulierten bei knapp zwei Prozent – überrascht Rektor Loprieno nicht. Das Statistische Bundesamt prognostizierte schon lange geringer werdende Steigungsraten in den Jahren 2011 bis 2015. Bei den ausländischen Studierenden und Promovierenden rechnet Loprieno aber auch in den kommenden Jahren mit einem moderaten, aber nicht dramatischen Zuwachs. Dieser liege durchaus im eigenen Interesse. Zum einen sei die Schweiz gesellschaftlich und wirtschaftlich darauf angewiesen, gute Köpfe aus dem Ausland zu rekrutieren. Zum anderen gewinne die Universität vor allem auch durch Studierende aus dem Ausland internationale Ausstrahlung.

Zulassungsbestimmungen

Am höchsten ist die Hürde bei der Human- und Zahnmedizin. Hier gilt wie in Pflege- und Sportwissenschaft seit jeher in Basel ein Numerus clausus. Deutsche Abiturienten können sich dem Wettbewerb um die beschränkte Zahl an Studienplätzen nur stellen, wenn ein Elternteil in der Schweiz einen festen Arbeitsplatz hat und wenn der Bewerber zum Zeitpunkt der Anmeldung in die Schweiz zieht.

Für die überlaufenen Fächer Biologie, Pharmazie, Medienwissenschaften und Psychologie ist ein Studienplatz an einer deutschen Uni nachzuweisen, allerdings nicht schon bei der Anmeldung.

In allen übrigen Fächern kann der Nachweis eines Studienplatzes bei Bedarf durch eine Durchschnittsnote im Abitur von 2,5 oder besser ausgeglichen werden. Anmeldeschluss für das Herbstsemester 2012 ist am 30. April; gegen eine Gebühr von 150 Franken ist eine Anmeldung auch bis 31. Juli möglich. Mehr Infos unter  +4161/267 30 23 und 267 29 29 .

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[Foto: Daniel Gramespacher]