Streetart-Check: Zoolo im Kurzporträt

Bernhard Amelung

Zoolos großformatige Bilder zieren Wände in Lissabon, Christchurch in Neuseeland und natürlich in Freiburg. Seit 1989 ist er als Graffiti-Sprüher tätig. Wie arbeitet er? Von wem oder was lässt er sich aktuell inspirieren? Antworten gibt er im Kurzinterview.



Wann hast du mit Street Art angefangen?

1989, im Herbst habe ich mit Graffiti angefangen. Ich bezeichne mich nicht als Street Artist. Ich bin Graffiti-Sprüher.  

Woher kommt dein Interesse für diese Kunstform?

Durch alte Graffiti-Bücher aus München, die in den 80er Jahren verlegt wurden. Ein Schulfreund aus diesen Tagen hat mir diese Bücher gezeigt, und ich war direkt fasziniert. Mit ihm zusammen haben wir dann erstmal im Keller bei ihm ausprobiert. Ich bin dann allerdings gleich raus und habe an einer Autobahnbrücke in der Nähe meines Dorfes, in dem ich aufgewachsen bin, losgelegt. Es ging mir darum, meinen Namen zu verbreiten, wie es für Graffiti typisch ist. Im Lauf der Zeit bin ich dann viel gereist und habe viele Leute kennengelernt. Dieses Netzwerken war ein wichtiger Punkt, der mir sehr gefallen hat. Auf der ganzen Welt kann man Gleichgesinnte treffen.

Wie arbeitest du?

Generell mit Sprühdose, Pinsel, Farbroller, Leiter und je nach Größe der Fläche mit Maschinen. Zuerst kommt die Idee, dann überlege mich mir die Umsetzung. Oder ich nehme Farben aus meinem Keller, die mir gefallen und fange einfach an.  

Welche Themen beschäftigen dich in deiner Arbeit ganz besonders?

Farbe, Form und Schrift. Die Umgebung, die Flächen spielen ebenfalls eine große Rolle. Alltagsthemen oder einfach in einer spontanen Situation entstandene Ideen beschäftigen mich. Auch mit Freunden zusammen eine große Wand zu malen inspiriert und bringt neue Ideen. Und oft geht es auch nur einfach darum einen schönen Tag mit Freunden zu verbringen und zu malen.  

Von wem oder was lässt du dich inspirieren?

Es gibt sehr vieles was mich inspiriert. Das kann Musik sein oder andere Künstler, Architektur, Natur, Gefühle. Das kann ich schlecht in Worte fassen. Es können schöne Dinge sein, die mich inspirieren, wie zum Beispiel besondere Erlebnisse mit interessanten Menschen, oder auch unschöne Dinge, denen man begegnet. Auch aus einer Müllhalde kann man Inspiration ziehen.  

Was bedeutet dein Pseudonym?

Auf der Suche nach einem Graffiti-Pseudonym habe ich anfangs verschiedene Namen ausprobiert. Teilweise waren die aber schon von anderen genutzt worden. Irgendwann kam mir dann zoolo in den Sinn. Eine tiefere Bedeutung gibt es nicht. Ich fand den Klang irgendwie cool. Dass ich inzoolo.de zu meinen Bildern schreibe liegt daran, dass die Webadresse zoolo.de schon vergeben war. Da kam dann inzoolo ins Spiel. Mein Graffiti Name ist aber immer noch zoolo.  

Street Art ist Geschmiere. Wie stehst du zu dieser Behauptung?

Das ist wie: Alle Fussballfans sind Hooligans, oder alle schick gekleideten Menschen sind Snobs. Es gibt gutes Graffiti und sicherlich auch welches, was man als Geschmiere bezeichnen könnte. Genauso ist es bei Streetart. Es gibt echt gute Sachen und auch welche, die ich nicht besonders gelungen finde. Vieles wird von anderen kopiert und dann wird sich selbst ordentlich gefeiert, weil man eine Kachel mit einen Photoshop-Schablonen-Portrait besprüht hat und an eine Unterführung klebt.  

Welchen Street Art-Künstler sollte man unbedingt kennen?

Alle, die einem besonders gut gefallen.

Mehr dazu:

 

Fotos: Zoolo

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