Straight from tha Acker: Fünf Antworten von den Schwarzwald Huzzlahzz

David Weigend

Nachdem sich die Euphorie um das Debüt "Unterm Dirndl wird gehuzzelt" ein wenig gelegt hat, ist es uns endlich gelungen, einen Interviewtermin mit Wurzelzapp (rechts) von den Schwarzwald Huzzlahz aus Ohlsbach zu ergattern. Hier spricht er unzensiert über Rap von der Landstraße, Country pimpin' und Armut im Schwarzwald.



Wurzelzapp, welche Idee steckt hinter dem Song "Countree Boyz"?

Wir Schwarzwald Huzzlahzzs wollten was anderes machen als alle anderen. Wenn die ganzen Jungs, Bushido und Frauenarzt und so, Großstadtmucke machen, dann müssen wir eben Dorfmucke machen. Ein übertriebener Gegenpol. Schwarzwaldklischee meets Dorftrottel. "Countree Boyz" ist ja auch nur ein Track unseres fantastischen Albums "Unterm Dirndl wird gehuzzelt", das vergangenes Jahr erschien. Das Video drehten wir bei den Vogtsbauernhöfen in Gutach und bei nem Kollegen im Gartenhäusle in Ohlsbach. Das liegt bei Gengenbach.



Spielt ihr eine Rolle oder seid ihr das selbst?

Das sind schon wir. Zum Teil ein wenig dick aufgetragen, aber schon authentisch. Wir sind halt Buure. Schwarzwald Huzzlahzz ist aber nur eine Facette von uns. Unterm Namen Psychomatic mache ich noch Straßenrap. Mein Kollege Edöpfelmäng heißt eigentlich noch Poltergeist und hat ein Horrorcore-Album rausgebracht. Wir haben also kein bestimmtes Image. Wir sind lustig, depressiv, hart, weich, wir sind alles. Wie jeder Mensch, weisch? Manchmal willsch Amok laufen und manchmal willsch nur rumhängen und vespern. Ich mach auch noch Mittelaltermusik, was mit ner Metalband und House mache ich auch noch.



Wie war euer letzter Gig?

Vor zwei Wochen haben wir in Kehl gespielt. Mit M.O.P. Wobei M.O.P. nicht aufgetreten ist. Dem war zu wenig los. Dabei waren gut 100 Leute da. Viele Franzosen. Denen haben meine Gangstertracks gut gefallen.

Gibt es schon Pläne für ein neues Album?

Wir haben schon sieben, acht Instrumentals gebastelt. Viel mit Akustikgitarre, sehr melodiös. Wir wollen auch ein paar lustige Coversongs draufpacken. Zum Beispiel wollen wir „Westerland“ covern und „Badnerland“ draus machen. Ne geile Schwarzwald-Huzzlahzz-Version. Muss ich aber noch mit den Ärzten klären, ob das funktioniert. Außerdem arbeiten wir an einer EP für den freien Download. Das Ding soll „Country pimpin'“ heißen. Eine Verknüpfung zwischen Ghetto und Schwarzwald.



Was verstehst du unter einem „Schwarzwald-Ghetto“?

Ghetto ist ein weitläufiger Begriff geworden. Ghetto bedeutet für mich Armut, Straße. Mit USA kannst du das hier ja nicht vergleichen. Wobei: auf mich haben sie auch schon zweimal geschossen in Offenburg. Das ist aber lang her. Da war noch Street Life am Start. Nun ja, wo es Armut gibt, gibt’s auch Gewalt. Und Armut gibt’s im Schwarzwald auch. Ich zum Beispiel lebe unter der Armutsgrenze. Ich bin schon Ghetto. Obwohl ich nicht in der Großstadt wohne. Ich habe ein Dach überm Kopf, Computer, Fernseher, eigentlich alles, was man braucht. Aber ein Auto kann ich mir keines leisten. Ich bin halt ein armer Künstler. Brotlose Kunst. Aber es gibt wichtigeres als Geld. Hauptsache, man hat ein schönes Leben und man kommt mit sich selber zurecht.

Mehr dazu:


Schwarzwald Huzzlahzz: Countree Boyz

via youtube