"Stirb langsam" auf dem Münsterplatz

David Weigend

Unbelehrbar zeigte sich ein 23 Jahre alter Autofahrer gestern, kurz nach 15 Uhr, auf dem Freiburger Münsterplatz. Der junge Mann befuhr mit seinem Auto die Fußgängerzone und wurde von zwei Mitarbeiterinnen des städtischen Gemeindevollzugsdienstes angesprochen. Im Verlaufe eines Wortgefechts fuhr er einer Mitarbeiterin mit seinem Kleinwagen zunächst ans Schienbein.

Als sich die Diskussion aufschaukelte, fuhr der junge Mann zu und lud die zweite Mitarbeiterin des Gemeindevollzugsdienstes auf die Motorhaube. Sie musste sich am Scheibenwischer festhalten und wurde einige Meter auf der Motorhaube liegend mitgenommen.


Die Frauen wurden beim Vorfall nicht verletzt. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Beamte des Polizeireviers Freiburg-Nord an Ort und Stelle den Führerschein des jungen Mannes. Der Autofahrer war nicht alkoholisiert. Er zeigte sich uneinsichtig. Als er von den einschreitenden Polizeibeamten dem Gesetz entsprechend rechtlich belehrt wurde, entgegnete er, "nicht belehrbar zu sein".

Gegen den Mann folgt ein Ermittlungsverfahren wegen "Gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr". Die Polizei hofft, ihn so belehren zu können.

Erst am 12. Dezember wurde ein städtischer Ordnungshüter beim Einschreiten in der Luisenstraße gegen einen uneinsichtigen Autofahrer umgerissen und ein paar Meter mitgeschleift. Wer grob verkehrswidrig und rücksichtslos mit seinem Auto die Gesundheit anderer Menschen gefährdet, muss gemäß § 315 b StGB mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe rechnen.