Vernissage

Stipendiaten des Freiburger Jugendkunstpreises zeigen ihr künsterlisches Talent

Hannah Sill

Bei einer Ausstellung präsentieren acht Stipendiatinnen und Stipendiaten des Jugendkunstpreises ihre Werke. Zum Abschluss gibt es eine kleine Modenschau mit dem Namen "Edelschrotthaufen".

Ihre Ergebnisse aus mehreren Wochen Kunstarbeit haben acht Jugendliche bei der Vernissage in der neu sanierten Jugendkunstgalerie im Haus der Jugend präsentiert. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten des diesjährigen Freiburger Jugendkunstpreises, zwischen 15 und 23 Jahre alt, konnten bei sechs renommierten Künstlerinnen und Künstlern Erfahrungen sammeln – mit intensiver Anleitung und Austausch. Über zwei Stockwerke verteilen sich die Werke der jungen Künstlerinnen und Künstler im Haus der Jugend, die Vernissage eröffnete das Akkordeonorchester Ensemble Variabile der Musikschule Freiburg.


Acht Jugendliche überzeugen in ihrem künstlerischen Bereich

Für ihre Bewerbung um das Stipendium hatten sich die acht Jugendlichen in ihrem jeweiligen Bereich – Bildhauerei, Fotografie, Malerei, Grafikdesign, Illustration oder Modedesign – mit ihrer Mappe überzeugt.

In der Kategorie Illustration zeigt Hannah Zetzel, 21, jetzt feine und zugleich kraftvolle Illustrationen. Sie arbeitete bei der Künstlerin Gabriela Stellino und verband ihre beiden Leidenschaften Literatur und Kunst in Collagen aus Tusche, Textelementen und Druckgraphik. "Früher wollte ich Autorin werden, mit eigenen Illustrationen zu den Geschichten," erzählt sie. So entstand die Idee, Texte und Illustrationen zu verbinden.

Stipendiatin erschafft eine Skulptur einer Brot brechenden Hand

Ann-Marie Najderek,18, schuf eine in Stein gemeißelte Skulptur einer Brot brechenden Hand. Dafür erstellte die 18-Jährige im Atelier von Joachim Klar zuerst Zeichnungen und dann ein Tonmodell, bevor sie sich der Herausforderung der Bildhauerei in Kalkstein stellte.

"Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mich mit Tusche und Acrylfarben zu beschäftigen, auch wenn es teilweise etwas herausfordernd war." Stipendiatin Emilia Laschke
Die Stipendiatinnen Emilia Laschke und Emma Quinn malten beide unter Supervision der Künstlerin Emilia Bauer. "Um mich so vielfältig wie möglich ausdrücken zu können, wollte ich neue Techniken erlernen, deshalb habe ich mich für den Bereich Malerei beworben", so Emma Quinn, die bisher vor allem Graphit-, Tusche- und Aquarellzeichnungen geschaffen hat. Die Portrait-Serien der beiden sind recht unterschiedlich ausgefallen: Die 17-jährige Emilia Laschke malt eher beschwingt und klar, die 19-jährige Emma Quinn dagegen kompakt, dicht und bunt. "Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mich mit Tusche und Acrylfarben zu beschäftigen, auch wenn es teilweise etwas herausfordernd war", sagt Emilia Laschke.

Gemalte und fotografierte und bearbeitete Porträts

Im Bereich Graphik-Design portraitierte Kira Dugajapov, 17, unter Anleitung von Heike Clement ihre Modelle, fotografierte die Skizze und kolorierte und "belebte" anschließend das Foto mit Eiweißlasur. Louise Jaeger, 17, Stipendiatin bei Telemach Wiesinger, nahm für ihre Fotoarbeiten und Experimente mit Raum- und Belichtungssituationen ihre Schwester als Modell. Die Bilder hat sie bewusst unbearbeitet gelassen, sie wirken sehr dokumentarisch. Wiesingers zweiter Stipendiat war Lennard Prediger. Der mit 15 Jahren jüngste Teilnehmer fokussierte sich auf Lichtverhältnisse in Schneelandschaften und ungewöhnliche, surreale Bildstimmungen durch digitale Nachbearbeitung.

Im Bereich Modedesign veranstaltete Fritz Fromm, 18, von Sarah Mittenberger angeleitet, zum Abschluss eine kleine Modenschau. Fromm nannte seine Ideensammlung "Edelschrotthaufen" – ein Kleid bestand beispielsweise aus Teichfolie. Er wird demnächst in Arnheim mit dem Studium Modedesign beginnen.

Zur Präsentation der Arbeiten der Stipendiaten wurde zudem ein kurzer Dokumentarfilm aus den verschiedenen Ateliers während der Schaffensprozesse von Julia Bernard gezeigt.
Jugendkunstpreis 2019: Ausstellung bis 5. Juli im Haus der Jugend, Uhlandstraße 2, montags bis freitags von 11 bis 17 Uhr.

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