Stadtbibliothek Freiburg twittert neue Bücher

Christoph Müller-Stoffels

Bücher sind tot, von den neuen Medien rechts überholt. So wurde es zumindest in den vergangenen Jahren von alten und neuen Medien suggeriert. Dass man aber beide wunderbar verbinden kann, beweist die Freiburger Stadtbibliothek und twittert über Neuanschaffungen.


Am 27. August 2009 fing alles an: "Neu heute: 'Sex - von Spaß war nie die Rede' Geschichten von Volker Surmann." Das war der erste Tweet, den die Stadtbibliothek Freiburg über StabiFR in die Mikroblogosphäre schickte. Seitdem sind über 500 weitere hinzu gekommen.


"Uns kommen hier immer wieder interessante neue Bücher unter, auf die wir uns hier im Haus gegenseitig hinweisen", sagt Silke Kelpe (Bild unten Mitte). "Wir dachten uns, dass Twitter die perfekte Plattform ist, so etwas auch anderen mitzuteilen." Es gehe in erster Linie darum, auf abgelegene Themen aufmerksam zu machen und diese ins Bewusstsein zu rufen.

"Wir bekommen hier pro Jahr etwa 25.000 neue Medien, Bücher, DVDs, Spiele. Twitter gibt uns die Möglichkeit, auf ein paar von ihnen hinzuweisen." Der Reiz liege dabei auch darin, den Titel mit einem passenden Spruch zu verbinden und trotzdem nicht die 140-Zeichen-Grenze des Tweets zu überschreiten.



Viele Kollegen stehen dem Unternehmen noch etwas reserviert gegenüber, trauen sich noch nicht, mitzutwittern. Deshalb füllen außer Kelpe noch zwei, manchmal drei weitere Mitarbeiter das Mikroblog. Das Feedback ist dabei durchweg positiv. Bereits über 200 Follower sind dabei und begeistert. "Guter Tipp!" kommt oft zurück.

Die Zukunft für den Twitter-Stream steht fest. "Wir werden hier auch weiterhin nur Neuanschaffungen publizieren, denn unsere Veranstaltungen werden bereits vom Pressereferat der Stadt getwittert." Allerdings kann sich Kelpe auch vorstellen, einen weiteren Twitter-Account einzurichten und damit mit den Followers in Dialog zu treten.

Unter den Bibliotheken in Deutschland nimmt die die Freiburger Stadtbibliothek was Twitter angeht schon jetzt eine Vorreiterrolle ein: "Es gibt einzelne Bibliotheken in Deutschland, die auch twittern, aber das sind sehr spärliche Einträge", sagt Silke Kelpe.  "In dem Umfang, wie wir das hier machen, habe ich es noch nirgends gesehen."

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