So sehen Freiburger Amateurfußballer im Arbeitsalltag aus

Simon Voss

Was machen eigentlich Amateurfußballer, wenn sie gerade nicht auf dem Platz stehen? Fridolin Wernick hat seine Mannschaftskollegen beim FC Freiburg St. Georgen an ihren diversen Arbeitsplätzen fotografiert.

Fridolin, was ist die Idee hinter den Fotos deiner Mannschaftskameraden?

Fridolin: Ich will zeigen, dass so ein Fußballverein eine unglaublich integrative Funktion hat: Leute aus den unterschiedlichsten Berufen kommen dort zusammen. Ich finde es cool, dass ich im Fußballverein mal aus meiner Studentenblase rauskomme.

Sonst hängt man ja meistens nur mit Studenten rum, geht auf Studentenpartys und so weiter. Und St. Georgen ist nochmal ein sehr besonderer Verein, bei dem das Zusammensitzen beim Bierchen nach dem Spiel fast genauso wichtig ist, wie das Spiel selbst.

Im Verein herrscht einfach eine tolle Atmosphäre. Und irgendwie kam diese Idee dann beim Zusammensitzen nach einem Spiel. Also habe ich die fünf Spieler am Arbeitsplatz besucht, wo mir dann jeder noch einen kleinen Einblick in seine Arbeitswelt gegeben hat. Das war auch für mich selbst eine wertvolle Erfahrung.

Die Fotoreihe hattest du mit "Arbeiterverein" betitelt. Wolltest du damit auch ein bisschen für das Ursprüngliche des Amateurfußballs werben, quasi als Kontrapunkt zur Kommerzialisierung im Profifußball?

Das ist ein bisschen zu viel Interpretation. Ich habe einfach einen Titel gesucht, der Arbeit und Fußball verbindet. Ein Freund von mir ist auf "Arbeiterverein" gekommen. Es sollte eben diese integrative Kraft von Vereinen betonen. Im Grunde ist ja jeder Amateurverein ein Arbeiterverein. Aber das war kein Statement gegen den Profisport von mir.

Du bist nicht nur im Amateurbereich, sondern auch beim SC Freiburg engagiert. Nimmst du große Unterschiede zwischen Amateur- und Profifußball wahr? Etwa in Bezug darauf, wie der Zusammenhalt im Verein gelebt wird?

Ich finde, dass man einen Profiverein schlecht mit einem Amateurverein vergleichen kann. Beim FC St. Georgen ist der Zusammenhalt sehr eng. Zum SC kann ich gar nicht so viel sagen, da ich dort nicht so oft bin. Das Miteinander ist auf jeden Fall in beiden Vereinen sehr gut. Mir persönlich macht beides Spaß, aber in St. Georgen bin ich halt Zuhause.
Viel beschäftigt: Fridolin Wernick (27) engagiert sich für den FC Freiburg St. Georgen, seit dieser Saison auch als Spielertrainer. Daneben jobbt er beim SC-Freiburg, fotografiert leidenschaftlich und schreibt nebenbei seine Masterarbeit in Politikwissenschaft.