So krass war das Frauenbild früher in der Werbung

Felix Klingel

Werbung konserviert den Zeitgeist: Zum Weltfrauentag hat fudder einige krasse Clips gesammelt – von Frauen, deren Lebensinhalt die Küche und ihr Kleiderschrank zu sein scheint, bis zu Damen, die sich lasziv Cola in den Rachen schütten.

Die Frauengold-Werbung (50er-Jahre)

Auf dem Herd brennt die Milch an, der Mann ist schlecht drauf und man selbst wird ja auch nicht jünger: Das sind natürlich keine Zustände für eine Hausfrau der Nachkriegsjahre. Da hilft nur eins: Frauengold! Der Wundertrank soll beruhigen und die Lebenskraft fördern – und wenn der Mann aus Schusseligkeit eine Vase umschmeißt, wird nicht geschimpft, sondern geknattert. Nur mit Frauengold! (Hauptwirkstoff übrigens: Alkohol. Prost.)



Die Dr. Oetker Pudding-Werbung (50er-Jahre)

"Eine Frau hat zwei Lebensfragen: Was soll ich anziehen und was soll ich kochen." Die Werbeabteilung von Dr. Oetker hat in diesem Spot versucht, so viel Sexismus wie möglich in knapp zwei Minuten unterzubringen. Das ist ziemlich gut gelungen, denn "eigentlich hat die Frau es ja vieeeeel besser, denn sie darf backen!"



Die Grundig-Rundfunkempfänger Werbung (50er-Jahre)

Mansplaining in einem Werbeclip erklärt: Das dumme Frauchen versteht natürlich nichts von Technik und so kann der Mann mit feisten Lächeln und erhobenem Zeigefinger seinen neuen "Grundig Ferndirigenten" erklären – eine Fernbedienung fürs Radio.



Die Afri-Cola-Rausch-Werbung (60er-Jahre)

Die Afri-Cola Werbung aus dem Jahr 1968 war als Revolution gedacht: Weg vom klassischen Frauenbild, hin zu mehr Freiheit und Selbstbestimmung. "Freiheit und Girl-Power" hieß in dem Filmchen allerdings, dass halbnackte Frauen sich lasziv die Brause in den Rachen kippen, während die meisten Männer (Lederjacken-Rocker, Soldaten) angezogen ihre Cola genießen dürfen. Ein Vorbote für die heutige Werbung: Während Frauen oft halbnackt und hirnentleert in die Luft lachen, dürfen Männer mit Vollbart cool in die Kamera stieren.



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