So klingt Südbaden: The Weight and The Warmth

Leonie Lieberam

Die Indie-Rock Band The Weight and The Warmth kommt zu zwei Drittel aus Freiburg und tritt am Freitag im Haus der Jugend auf. Wir haben den Sänger gefragt, welches Getränk die Jungs zu ihrer Musik empfehlen und was sie selbst auf der Bühne trinken.

Die südbadische Indie-Rock Band The Weight and The Warmth gibt es erst seit diesem Sommer, doch schon am 1. Dezember erschien die erste EP mit fünf Liedern. Am Freitag, 16. Dezember, spielen sie im Haus der Jugend in Freiburg. fudder hat mit dem Sänger und Songwriter Marvin Mears gesprochen


Was sollte ich mir an der Bar bestellen, wenn ihr spielt?

Etwas, das nicht zu viel Alkohol hat, hartes Zeug fällt raus. Außerdem ist unsere Musik nicht so einfach, als dass man dazu ein Bier trinken könnte. Vielleicht einen Weißwein oder einen Rotwein? Mich sieht man bei guten Bands auch eher mit einem Glas Rotwein.

Eure Musik ist eine Mischung aus?

Partick bringt den Jazz, Jan den Rock und ich bin halt ein typischer Singer- und Songwriter. Meine Texte sind melancholisch, ich erzähle über mich. Ich verarbeite schwerere Thematiken, und meine tiefe Stimme verleiht dem Ganzen etwas Dunkles. In Kombination mit den anderen beiden wirken meine Texte allerdings viel unbeschwerter. So erklärt sich auch unser Bandname. Von mir kommt the Weight, von ihnen the Warmth. Man kann anscheinend sogar dazu tanzen.

Wann habt ihr das gemerkt?

Bei unserem ersten Konzert im Musikkeller in Emmendingen. Wir haben "Disarm my Faults" gespielt, das ist im Vergleich zu den anderen Liedern beschwingter, und die Leute haben angefangen zu tanzen. Es ist schön zu sehen wie unsere Musik

ankommt.

Was trinkt ihr auf der Bühne?

Wasser. Höchstens nach dem Auftritt trinken wir Bier. Man glaubt es fast nicht, aber wir trinken kaum Alkohol. Wir haben seit unserer Bandgründung erst einmal zusammen getrunken- und damit auch schnell aufgehört, weil es eine eklige Biersorte war. Wir wollen auf der Bühne einen klaren Kopf behalten- es könnte ja DER Auftritt sein.

Habt ihr vor den Auftritten ein bestimmtes Ritual?

Sogar mehrere. Bei dem einen erzählt Jan einen unlustigen Witz, so ein total aus dem Zusammenhang gerissener. Daraufhin frage ich: "Wo ist der Bus mit denen, die es interessiert?" Woraufhin Patrick den Kopf schüttelt und auf die Bühne geht. Naja, und dann halt noch so klassisch ne Umarmung, und den Moment genießen. Aber nicht so ne Münze werfen oder so, wer zuerst auf die Bühne darf.

Wer ist in eurer Band?

Jan Feißt ist der Lead Gitarrist, Patrick Rötteler der Schlagzeuger und ich bin Singer- Songwriter, mache die Leadvocals und die Rhythmus-Gitarre. Die beiden kommen gebürtig aus Freiburg und ich aus Schopfheim, wir haben aber unseren Proberaum in Basel. Deshalb sind wir auch in der schweizer Indie- Rock- Szene unterwegs, wir tendieren aber eher zu Freiburg und wollen da auch in Zukunft mehr spielen.

Wann wurde eure Band gegründet?

Uns gibt es seit August. Ich war davor Solo als Singer-Songwriter unterwegs, hab auch viel getourt. Im August hat mich dann Patrick angeschrieben, ob ich denn nicht Lust hätte was mit den beiden zu machen. Sie wollten halt ein schnelles und unkompliziertes Bandprojekt, und das hat ja auch so geklappt. Wir haben dann die Lieder genommen, die ich schon geschrieben hatte, und sie mit der Gitarre und dem Schlagzeug der beiden kombiniert.

Im September hatten wir dann schon den ersten Auftritt im Schlosskeller in Emmendingen, und Ende November haben wir beim Firewirecontest in Basel gespielt, und haben es ins Finale geschafft. Da wir ohne Fans gekommen sind, dachten wir, dass wir dort nie und nimmer gewinnen werden. Und so sah es dann bis zur letzten Minute auch aus. Doch dann hat sich die Jury in der letzten Minute umentschieden . Wir standen schon hinter der Bühne, und alle Preise waren schon vergeben. Das war so ein krasses Gefühl, als wir dann noch mal nach draußen gerufen wurden und uns wegen unseres Talents diese Gelegenheit gegeben haben. Jetzt dürfen wir nächstes Jahr beim Jugendkulturfestival in Basel, einem Newcomerfestival für Schweizer Indie Bands, mitspielen.

Eure EP hat fünf Lieder, was so ungefähr 25 Minuten wären. Was macht man in der Zeit am Besten?

Ich höre es mir oft an wenn ich draußen bin, oder wenn ich von der Arbeit total gestresst nach Hause komme. Ich setzte einfach die Kopfhörer auf und bin weg. Man kann sich damit identifizieren, da es um alltägliche Situationen geht. Die Lieder passen zu allem - außer vielleicht zu Sport.

Und was sind eure Lieblingslieder auf dem Album?

Patrick spielt am liebsten "In Between", da er da mit seinem Schlagzeug ein langes Solo hat. Jan mag, denke ich, "Disarm my Faults", ein Ohrwurm, da er ein recht einfacher Song ist. Also er ist nicht so emotional wie die anderen, und eher so zum mitsingen. Aber sein Lieblingslied ist "In the Dark", da es am rockigsten ist. Und mein Lieblingslied ist "Fading into Strangers", da mich der Song über zwei Jahre konstant begleitete.
Was: MyStage-Konzert u.a. mit The Weight & The Warmth
Wann: Freitag, 16. Dezember, 20 Uhr

Wo: Haus der Jugend, Uhlandstraße 2

Eintritt: frei