So geht es mit dem Skatepark im Dietenbachpark weiter

Joshua Kocher

Der erste Teil des Skatepark im Dietenbachpark wurde 2015 eröffnet. Mit einer Geldspritze des Gemeinderats soll 2018 auch die verbleibende Fläche skatebar gemacht werden. Im Haus der Jugend trafen sich nun Skater, um Ideen dafür zu sammeln.

Seit mehr als 20 Jahren kämpft die Freiburger Skateszene für einen eigenen Park. Dann ging es plötzlich ganz schnell. Im Mai 2015 wurde im Dietenbachpark im Stadtteil Weingarten der erste Teil eines groß angelegten Projekts fertiggestellt. Nach über sechs Jahren Planungszeit hat die Stadt dort in Zusammenarbeit mit der Eugen-Martin-Stiftung für etwa 175.000 Euro einen Skatepark gebaut. Geplant waren jedoch von vornerein ein zweiter und dritter Bauabschnitt, um die verbleibende Fläche skatebar zu machen.


Denn der vorhandene Platz reiche bei weitem nicht aus für die vielen Skater, BMX- und Scooter-Fahrer der Stadt, beklagt Merlin Brauns vom Verein "Skateboarding Freiburg", der aus der Initiative "Skatement" hervorgegangen ist.

Die Stadt will die Hälfte des benötigten Geldes bereitstellen

Lange Zeit wusste niemand so genau, wo das Geld für die Fertigstellung, schätzungsweise über 400.000 Euro herkommen sollen. Bis zum vergangenen Mai. In einer richtungsweisenden Gemeinderatsitzung wurde überraschend der Antrag der Fraktionsgemeinschaft JPG (Junges Freiburg, Die Partei, Grüne Alternative) angenommen, die Skater mit 200.000 Euro bei der Vollendung ihres Skateparks zu unterstützen.

Video: Skater im Skatepark Freiburg



Am Mittwochabend kamen deshalb im Haus der Jugend etwa 50 Skater aus Freiburg zusammen, um gemeinsam mit dem Jugendbüro, dem Garten- und Tiefbauamt und dem verantwortlichen Planungsbüro aus Hannvover Ideen und Anregungen für die Nutzung der Fläche zu sammeln und zu diskutieren. Im Internet kursierte vorher ein veralteter Entwurf, der jedoch nicht mehr aktuell sei, so Brauns. Nun gelte es, ein unbeschriebenes Blatt mit eigenen Ideen zu füllen.

Die Wünsche der Skater

In einer halbstündigen Gruppenarbeit im Foyer des Hauses der Jugend bemalten und beschrieben die Anwesenden große Plakate mit ihren Wünschen für den Skatepark. Auf der Bühne präsentierten sie diese vor Jan Kliewers vom Hannoveraner Planungsbüro, das den Skatepark fertigstellen wird. Der sagte, dass jeder Skatepark ein Unikat sei und sich stets an dem orientieren sollte, was gerade in der Stadt angesagt ist.

Die Vorschläge der Skater gingen fast alle in dieselbe Richtung. Man müsse einen Park bauen, der Anfängern ebenso wie Profis Möglichkeiten bietet. Unabdingbar sei die Installation eines Flutlichts, damit in den dunklen Monaten auch nachmittags und abends noch geskatet werden kann. Dazu sei mehr Platz zum Anfahren notwendig, denn zurzeit seien auf dem Gelände zu viele "Obstacles" (Hindernisse, die geskatet werden) untergebracht.

Skater wollen, dass nicht alles zugebaut wird

Parkplaner Liewers sagte den Anwesenden deutlich, dass sein Büro sich in den meisten Fällen eher für mehr Hindernisse entscheidet, damit jeder zum Zuge kommen kann und die "Lines" (Läufe) beliebig ergänzt werden können. Man wolle den Skatern ein Optimum an Kombinationsmöglichkeiten bieten. Darin stimmten ihm die Freiburger Skater zu, wünschten sich jedoch, dass nicht alles zugebaut wird.

Mehrfach kam der Wunsch nach einem "Pool" auf, den es bisher nicht gibt, den Profis aber schätzen. Auch hier wurde sich darauf geeinigt, mehrere Ebenen einzubauen, damit auch weniger erfahrene Skater den "Pool" fahren können. Zusätzlich soll eine Ruhezone integriert werden, die Sitzgelegenheiten für die Pausenzeiten bietet. Ein Wasserspender soll für Erfrischung sorgen.

Das Gelände ist schwer zu bebauen

Christina Buchmann, Ingenieurin beim Garten- und Tiefbauamt, sagte, es könne sich zwar auf der gesamten asphaltierten Fläche ausgetobt werden, doch gebe es mehrere planerische Herausforderungen zu berücksichtigen. Zum einen den stetig schwankenden Grundwasserspiegel durch den angrenzenden Dietenbachsee, und zum anderen die Bäume auf dem Gelände. "Wir sind bemüht, jeden Baum zu erhalten", so Buchmann. Sie könne sich im Zweifelsfall aber auch bei wenigen Bäumen zur Fällung überreden lassen.

Zudem machte die Ingenieurin deutlich, dass der fertige Entwurf die vom Gemeinderat zugesagten 200.000 Euro deutlich überschreiten werde. Doch für kleinteilige Planungsprozesse und Bauphasen sei man nicht mehr offen. Jetzt soll der gesamte Park fertiggestellt werden – und das am besten gleich im kommenden Jahr. Ein Bau in den Winter, der wieder zu Problemen führen könnte, soll dieses Mal vermieden werden. "Wir wissen, dass das ein straffer Zeitplan ist", so Buchmann. Bei der fehlenden Geldsumme, etwa 200.000 Euro, hoffe man auch dieses Mal auf die Eugen-Martin-Stiftung.

Langer Atem der Freiburger Skateszene

Warum nun alles so schnell vonstattengeht, führt Gastgeber Jürgen Messer vom Jugendbüro vor allem auf den langen Atem der Freiburger Skaterszene zurück. Jetzt könne die Stadt einfach nicht mehr anders. Auch die Vertretung der Freiburger Jugend im Gemeinderat durch "Junges Freiburg" sei ein wichtiger Faktor. "Es lief nicht immer reibungslos", sagte Messer, der gemeinsam mit den Freiburger Skater für den Park kämpfte und sie vor allem auf politischer Ebene unterstützte.

"Es soll mehr Flow im Skatepark geben", fasste Planer Jan Liewers die Vorschläge zusammen. Er zeigte sich durchaus überzeugt, dass die vorgetragenen Ideen umgesetzt werden können. "Das passt alles super auf der Fläche", so Liewers. Bis zum 24. Januar hat Liewers Skatepark-Planungsbüro nun Zeit, einen fertigen Entwurf vorzustellen. Dann findet im Haus der Jugend nämlich ein finales Treffen statt, bei dem der Plan baufertig präsentiert werden soll. Auch dann können die Skater wieder Einwände aussprechen oder grünes Licht geben.

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