So böse rechnen SC-Fans in dieser Zeichentrick-Satire mit RB Leipzig ab

Daniel Laufer

Vor dem Spiel des Sportclubs gegen RB Leipzig am Freitag hat die Supporters Crew Freiburg ein Video veröffentlicht. Der knapp fünfminütige Clip steckt voller Kritik am Kommerzfußball. Behalten die SC-Fans mit ihrer Satire Recht?

Die Supporters Crew Freiburg verhöhnt den RB Leipzig, wie es wohl noch niemand vor ihr getan hat. Vor dem Spiel gegen Freiburg am Freitagabend veröffentlichten die SC-Fans über die Fanseite Nur der SCF eine selbstproduzierte Zeichentricksendung, in der sie sich über alles lustig machen, wofür die Roten Bullen ihrer Meinung nach stehen.


In einer nicht so fernen Zukunft verliest die Moderatorin der "Spottshow" die Fußballnachrichten. Der Kommerz hat in dieser Welt den Sport vollends übernommen: Die Bundesliga heißt "Montosan"-Bundesliga – in Anlehnung an den realen Konzern Monsanto, den Bayer im September übernommen hat. In der Liga spielen mittlerweile 24 Teams, auch die Anzahl der Spiele wurde wohl verdoppelt. Andauernd unterbrechen Werbespots für teure Smartphone-Apps im Jamba-Charme die Sendung. Und der RB Leipzig – hier "Limo Leipzig" – eröffnet eine Kita für angehende Fußballprofis.



"Wir sehen, dass sich der Fußball in diese Richtung entwickelt", sagt Daniel Sand von Nur der SCF. "In Leipzig wird doch nur Fußball gespielt, um die Marke Red Bull zu bewerben." Gemeinsam mit der Supporters Crew hat er das Video konzipiert, dann Zeichner und Animatoren dafür gesucht.

Was bedeutet der Leipziger Kommerz-Fußball für den SC Freiburg?

Der SC Freiburg steht in der "Spottshow"-Welt vor dem Ende: Sein Fußballinternat musste er schließen. Leipzig habe sämtliche Fußballplätze des Landes abgegrast und locke schon kleine Kinder mit Geld und Süßigkeiten zu sich – so bliebe kein Nachwuchs mehr für Freiburg, zitiert die Moderatorin den SC-Sprecher.

So düster sieht die Wirklichkeit nicht aus – aber an der Schwarzwaldstraße sorgt man sich tatsächlich darum, welche Folgen das Engagement von Red Bull in Leipzig etwa für die eigene Zeitpunkt haben wird.

"RB Leipzig ist ein Standort, der in den nächsten Jahren nicht absteigen oder gegen den Abstieg kämpfen wird", sagte etwa SC-Sportvorstand Jochen Saier in dieser Woche der Sport BILD. "Er nimmt somit einen fixen Platz in der Bundesliga ein und macht es Vereinen in unserer Kategorie damit immer schwerer, in die Bundesliga zu kommen beziehungsweise sich dort zu etablieren."

Nach 11 Bundesligaspielen ist der Aufsteiger RB Leipzig noch immer ungeschlagen und Spitzenreiter – selbst vor dem FC Bayern München. Der SC Freiburg steht auf dem zehnten Tabellenplatz.