Smörrebröd statt Suppe: Neues Café im Museum für Neue Kunst

Claudia Füssler

Es war ein kurzes Intermezzo: Nach rund zwei Jahren hat vergangene Woche das Café der Naturkostbar Steller im Museum für Neue Kunst geschlossen. Inhaber Oliver Steller ging das Fachpersonal aus, außerdem seien die Öffnungszeiten zu eng gewesen. Vorerst müssen die Museumsbesucher auf Mittagstisch und Kuchen verzichten, ab Februar wird ein neuer Betreiber in einem "Dänischen Café" zu Kaffee und Smörrebröd einladen.



"Es waren mehrere Faktoren, die in der Summe dazu geführt haben, dass wir das Café im Museum aufgeben", sagt Oliver Steller, der nun nur noch eine Filiale seiner Biosuppenbar an der Merianstraße betreibt (fudder berichtete). Die Öffnungszeiten des Cafés seien von denen des Museums abhängig und "wirtschaftlich ungünstig" gewesen.


Morgens blieb den Mitarbeitern lediglich eine Stunde "Rüstzeit" zum Vorbereiten der Speisen, ehe die ersten Kunden kamen. "Und nachmittags mussten wir bereits um 16 Uhr mit dem Aufräumen beginnen, damit wir um 17 Uhr draußen waren, das Kaffee- und Kuchenpublikum, das um 15 Uhr mit einer Führung begann, haben wir also auch nicht abbekommen", sagt Steller. Auch für den samstäglichen Kaffee nach dem Einkaufsbummel sei die Schließzeit zu früh gewesen, "und sonntags war tote Hose".

Hinzu kam, dass am Wochenende kein Mittagstisch angeboten wurde. Der sei unter der Woche zwar stets sehr gefragt gewesen, "aber nur, weil es an vier Tagen mittags voll ist, heißt das nicht, dass das Ergebnis unterm Strich immer gut ist". Dabei habe die Stadt als Vermieterin ihm "durchaus faire Konditionen" gewährt. Die schwierigen Rahmenbedingungen wären vielleicht noch zu bewältigen gewesen, hätte er entsprechend versiertes Personal gehabt, sagt Oliver Steller. Da allerdings habe er nach dem Weggang eines Mitarbeiters lange vergeblich gesucht. Nun zieht Steller die Reißleine und will sich ganz auf die Suppenbar an der Merianstraße konzentrieren. "Das Café im Museum war ein wichtiges Experiment, das leider nicht geklappt hat."

Steller plant jetzt Suppenkurier

Die frei werdenden Energie will der Gastronom in den Ausbau eines Lieferservices stecken. "Geschäfte und Büros in der Innenstadt sollen gezielt Suppen bestellen können, die wir dann mittags mit dem Fahrrad ausliefern", erklärt Steller das "Call a Soup"-Prinzip. Doch auch ohne das neue Angebot laufe die Naturkostbar im Institutsviertel gut. "Hier gibt es mittags genug hungrige Leute", so Steller. Ein dritter Grund für Stellers Rückzug aus dem Museum für Neue Kunst ist die Aussicht auf Konkurrenz: Das Augustinermuseum, das am 18. März eröffnet werden soll, wird ebenfalls ein Café bekommen.

"Natürlich gehen die Leute zuerst in das neue Museum, und wenn sie registrieren, dass es dort ein Café gibt, gehen sie dann auch dort ihren Kaffee trinken", mutmaßt Steller. Wer das neue Café betreiben wird, steht momentan noch nicht fest. Die Ausschreibung der Stadt läuft bis zum 11. Januar. Dem neuen Betreiber stehen 62 Quadratmeter inklusive Museumsshop zur Verfügung. Außerdem ist angedacht, auch in dem 117 Quadratmeter Kreuzgang Stühle und Tische zu platzieren.

"In welchem Umfang das möglich ist, wird sich im Laufe der weiteren Bauabschnitte zeigen", sagt die städtische Pressesprecherin Edith Lamersdorf. Bestimmte kulnarische Ansprüche habe man nicht an das Café, es solle den Besuchern ein preiswertes und qualitativ hochwertiges Angebot machen. Anders als im Museum für Neue Kunst wird das Café im Augustinermuseum einen separaten Zugang haben und damit unabhängig von den Museumsöffnungszeiten sein. Außerdem – auch das ein Vorteil gegenüber dem Museum für Neue Kunst – wird gegen Ende der Sanierungsarbeiten eine Küche eingebaut.

Belegte Butterbrote und dänische Kunst

Die Steller-Nachfolge im Museum für Neue Kunst wird im Februar Johannes Börresen antreten, der bis Juni 2007 zweieinhalb Jahre lang die Musikkneipe "Roots" im Leopoldring 1 geführt hat. Der Däne will ein Café mit dänischer Kunst an den Wänden und typischem Smörrebrödauf der Speisekarte einrichten.

"Zusätzlich zu diesen reichhaltig belegten Butterbroten wird es Kaffee und Kuchen geben", sagt Börresen, der dafür eigens eine alte Traditionskaffeemaschine angeschafft hat, Baujahr 1967. Die Problematik mit den kurzen Öffnungszeiten sei ihm bewusst, sagt Börresen und lacht: "Ich bin jetzt 57 Jahre alt, da kommt mir das eigentlich ganz recht.

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[Foto: Michael Bamberger]