SimFlood: Ein Hochwasserspiel

Tilman Schächtele

Der ehemalige Freiburger VWL-Student Ferdinand Zahn (l.) hat an der Uni Karlsruhe ein Klimaschutz-Spiel entwickelt, das sich mit der Frage beschäftigt, wie sich Menschen auf Hochwasser vorbereiten können. Dass dieses Thema hochaktuell ist, zeigt ein Blick nach Mexico. Wir haben mit Ferdinand, dem Vater des Spiels, über das SimFlood-Spiel gesprochen.

Ferdinand, worum geht es im Spiel?


Simflood ist ein Online-Computerspiel der Universität Karlsruhe (TH) zur Untersuchung der Risikoeinschätzung und Vorsorgebereitschaft von Menschen, die von Hochwasser gefährdet sind.

Wie läuft das Spiel ab?

Die Spieler schlüpfen in die Rolle eines hochwassergefährdeten Eigenheimbesitzers, der sich Runde für Runde zu entscheiden hat, wie hoch er seine Gefährdung einschätzt und wie viel er bereit ist, für einen vollständigen Versicherungsschutz zu zahlen. Spieleinkommen, das weder für Versicherungsschutz, noch für Reparaturen oder Kredite und Zinsen ausgegeben wird, kommt den Spielern in Form von Spielpunkten zugute.

Gibt es einen besonderen Anreiz, Simflood zu spielen?

Je nachdem, wie man im Spiel taktiert, kann man bis zu 500 Euro gewinnen. Am Ende der Untersuchung werden drei Spieler ausgelost, die je nach Höhe ihrer Punkte ihren Spielgewinn ausbezahlt bekommen.



Was willst du beim Spieler erreichen?

Eine Sensibilisierung. Gemäß den zu erwartenden Klimafolgen werden extreme Wetterereignisse an Intensität und Häufigkeit zunehmen, auch in Deutschland. Die Vorsorgebereitschaft und die Versicherungsbereitschaft der Bürger ist jedoch sehr gering.

Wer hat das Spiel entwickelt? Versicherungsmakler?

Nein. Ich habe es gemacht, am Graduiertenkolleg Naturkatastrophen an der Uni Karlsruhe. Das Graduiertenkolleg wird teilweise von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Universität Karlsruhe (TH) finanziert. Die Untersuchung ist Teil meiner Doktorarbeit.



Was machst du mit den erhobenen Daten?

Ziel der Untersuchung ist es, das Vorsorgeverhalten von hochwassergefährdeten Menschen besser zu verstehen. Die Vorsorgebereitschaft bezüglich der so genannten Elementarrisiken ist sehr gering. Man versteht noch nicht genau, welchen Einfluss Gefahreninformationen oder Erfahrungen auf die Risikowahrnehmung ausüben und wie sich diese wiederum auf das Vorsorgeverhalten auswirkt.

Mit Hilfe des Spiels werden Daten zur Risikowahrnehmung und zur Versicherungsbereitschaft der Spieler erhoben, um die Wirkung dieser Faktoren auf das Entscheidungsverhalten besser zu verstehen.

Zur Person

Ferdinand Zahn (29) studierte in Freiburg, Basel und Barcelona Volkswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Sozialpolitik und Umweltökonomie. Derzeit promoviert er an der Universität Karlsruhe (TH) über die Versicherungsentscheidung bei Katastrophenrisiken.

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