Shave and a Haircut

Lorenz Bockisch

Jeder hat den Rhythmus schon einmal geklopft, das Liedchen vor sich hin gesummt oder wurde von einer gepimpten Autohupe mit diesen sieben Tönen aufgeschreckt. Doch woher kommt das kurze Stück, das gefühlt jeden zweiten Song beendet und in jedem Roger-Rabbit-Cartoon vorkommt? Natürlich aus den USA. Doch viel genaues weiß man nicht über diesen über 110 Jahre alten Jingle.

In den USA kennt jeder das Stück, das nur aus sieben – bei Rhythmusvariation auch aus acht oder neun – Tönen und dem Text "Shave and a haircut, two bits" besteht. Von wem es ursprünglich stammt ist unklar, die erste Aufnahme stammt schon aus dem Jahr 1899. 


Richtig bekannt wurde die Tonfolge – natürlich als das Ende eines Songs – vierzig Jahre später, als Dan Shapiro, Lestor Lee und Milton Berle das Lied "Shave and a Haircut – Shampoo" herausbrachten. Daher hat dieses Lied auch seinen Text. Wie die "two bits" das "shampoo" ersetzten, ist jedoch nicht nachzuvollziehen. Und wann eine Rasur samt Haarschnitt mal einen viertel Dollar (two bits ist eine alte Bezeichnug für einen Quarter) gekostet hat, ist auch schon sehr lange her.

Die kurze Melodie jedenfalls ist aus der Musik unserer Zeit nicht mehr wegzudenken, ebenso aus Film und Fernsehen. Und wahrscheinlich bei etwa 57 Prozent aller Türen, an die geklopft wird, findet der Rhythmus Verwendung. In manchen Ländern allerdings, etwa in Teilen Lateinamerikas, wird das Pfeiffen, Hupen oder Klopfen dieser sieben Töne, besonders gegenüber einer Dame, als unstatthaft empfunden.

Achso: Wer nicht weiß, um welche Melodie es sich handelt – hier eine kleine Klavierstunde. Viel Spaß mit dem Ohrwurm!

[Thx to Shaun!]

The "Shave and a Haircut" Piano Outro Tutorial , Quelle: YouTube

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