Sechs Filmtipps für das 6. Freiburger Filmfest

Jennifer Borrmann

Morgen beginnt das 6. Freiburger Filmfest – was die Filmauswahl betrifft, wieder einmal ein Fest der Kulturen. In den kommenden zehn Tagen wollen 22 internationale und deutsche Premieren entdeckt werden; außerdem gibt es eine Werkschau der Freiburger Schauspielerin Johanna Wokalek. Jenni hat alle Infos rund um das Fest und sechs Film-Tipps für Euch.



Das Publikumsfestival, so Wiedemann, stellt genau Ersteres in den Vordergrund: „Die Gäste entscheiden am Ende, wer den „Großen Preis der Stadt Freiburg“ erhält.“ Zu jeder Filmvorführung werden Stimmkarten verteilt, auf denen man die gesehenen Filme mit Noten von 1 bis 6 bewerten kann. Der Preis, von der Volksbank Freiburg gestiftet, ist nicht nur irgendein Preis, sondern eben mit 5000 Euro beachtlich dotiert.


Frühere Gewinner konnten damit beispielsweise zwei zusätzliche Kopien ihrer Filme finanzieren und so die Spielfrequenz in deutschen Kinos erhöhen. Wiedemann betont, dass der Preis eigentlich dem Verleih zugute kommen sollte, die es nötig haben.

Das Studentenwerk stellt zum 5. Mal den Mensagarten Rempartstraße zur Verfügung. Hier gibt es 800 Sitzplätze für alle Filmenthusiasten. Der Rekord lag bei 1200 Besuchern zum Almodovar-Film „Volver“. Wer hier keinen Platz mehr ergattern sollte, kann sich noch eine sogenannte Wiesenkarte holen.

Seit zwei Jahren wird im Dolby-System gezeigt, was das Ganze trotz Open-Air und damit auch Nebengeräuschen viel verständlicher macht. Ein Kinosaal wird trotz Open-Air-Angebot die ganze Zeit über freigehalten, damit bei widrigen Wetterbedingungen hierher ausgewichen werden kann – den Wettercheck kann jeder auf der Website selbst machen.

Welche Gäste zum Filmfest hier sein können, war bis gestern noch unklar, zwei Filmschaffende stehen allerdings schon fest: Johanna Wokalek und Wolfgang Stumph.



Erstere wird mit der „Werkschau Johanna Wokalek“ sicher ein besonderes Schmankerl sein: Wokalek ist in Freiburg geboren und wird am Donnerstag zur Eröffnung der Werkschau – die mit Aimee und Jaguar beginnt - anwesend sein und ein paar Worte sagen. Sie wird die ganzen 10 Tage in Freiburg bleiben. Die in der Reihe gezeigten Filme sind: "Aimee und Jaguar", "Hierankl", "Barfuss", "Nordwand" und "Der Baader Meinhof Komplex". Wolfgang Stumph dagegen hat wohl jeder noch als Udo aus Bitterfeld in „Go Trabi Go“ in Erinnerung. Der immer wieder als stereotyper Ossi-Charakter eingesetzte Darsteller, spielt in „Salami Aleikum“ wieder ebendiesen und stellt zusammen mit den anderen Protagonisten aus dem ostdeutschen Dorf den Gegenpart zum unfreiwillig gewordenen Metzger, der Deutsch-Iraner Mohsen. Der Film wird auch im Sommernachtskino laufen.

Das Finale des Video Slams wird als studentischer Beitrag in das Fest eingebunden. Als Preis darf der Gewinnerfilm außerdem in einem Kino mit 200 Plätzen gezeigt werden – womit auch die Filmförderung integriert wird.

Michael Wiedemann beweise immer wieder Pioniergeist, so der Sozial- und Kulturbürgermeister von Ulrich von Kirchbach, und begründet auch damit die Unterstützung der Stadt für das bereits etablierte Freiburger Filmfest. Aber was wäre ein Festival ohne Besucher? Seit Jahren wird gemunkelt, Freiburger Kinos seien die meistbesuchtesten und auch das Publikum eins der interessiertesten: Selbst Regisseur Andreas Dresen („Wolke 9“) sagte dazu im vergangenen Jahr: „Sie haben das beste Publikum.“

6 Filme, die man nicht verpassen sollte

  • Kleine Tricks (Internationale Premiere)
    Der polnische Regisseur Andrzej Jakimowski hat ein kleines zauberhaftes Werk geschaffen: Stefek, der mit seiner Schwester lebt, wartet Tag für Tag auf dem Bahnhof im polnischen Irgendwo auf die Rückkehr seines Vaters, der die beiden einst im Stich gelassen hat.

  • Up! (Internationale Premiere)
    Schnellstmöglichst in die 3D-Brille investieren und sich den Film in voller Länge anschauen. Inhalt (wir kennen es alle): Alter Mann hatte sein ganzes Leben lang vor, die Welt zu bereisen – und hat es nie getan. Nun wird’s aber höchste Zeit: er begibt sich auf eine abenteuerliche Reise.

  • Salami Aleikum (Neues deutsches Kino)
    Unfreiwillig gewordener Metzger Mohsan fährt mit seinem Fleischwagen in ein kleines ostdeutsches Dorf und trifft auf wenig Sympathie, eine völlig andere Kultur und seine große Liebe: blond, stark und Vegetarierin!

  • Lass uns ’n Wunder sein – Auf der Suche nach Rio Reiser (Neues deutsches Kino)
    Dokumentarfilm über Rio Reisers Leben, der bereits mit 46 Jahren starb: Nach 15 Jahren in der Band „Ton Steine Scherben“ tritt Rio Reiser als Solokünstler auf und wird quasi über Nacht mit Titeln wie „König von Deutschland“ berühmt. Aber wer steckt hinter dem Mythos Rio?

  • Aimee und Jaguar (Werkschau Johanna Wokalek)
    1943: Die verheiratete Lilly lernt die lebenslustige Felice kennen und lieben. Sie lässt sich von ihrem Ehemann, ein überzeugter Nationalsozialist, scheiden und genießt ihre neue Liebe. Doch Felice ist Mitglied einer Widerstandgruppe und außerdem Jüdin...

  • Hierankl (Werkschau Johanna Wokalek)
    Lene kommt auf das Familien-Gehöft Hierankl zurück. Dort begegnet sie nicht nur ihrer Mutter, ihretwegen sie den Hof damals verlassen hatte, sondern auch einem alten Familienfreund, der ebenfalls plötzlich wieder auftaucht und damit Ungeahntes zu Tage fördert.

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