Sea of Love 2011: Stellungnahme der Veranstalter auf Facebook

fudder-Redaktion

Seit Samstag vormittag hatten die Veranstalter der Sea of Love sich zu Ablauf und Problemen des Festivals nicht mehr geäußert. Am Montagabend veröffentlichten sie nun eine Erklärung auf der offiziellen Facebook-Seite des Festivals. Darin entschuldigen sie sich - aber wollen nicht alle Vorwürfe auf sich sitzen lassen. Das Statement im Ganzen:


Am heutigen Montagnachmittag hatten Vertreter der Stadt in einer Pressekonferenz harsche Kritik an den Veranstaltern der Sea of Love geäußert (Videos mit den Stellungnahmen, BZ-Artikel).  Die Organisatoren der SoL wollen nicht alle Vorwürfe auf sich sitzen lassen. Ihre Stellungnahme im Wortlaut:


Liebe Sea Of Love Freunde, Sehr geehrte Stadt Freiburg,

leider sind wir als Veranstalter der Sea of Love von der Stadt Freiburg nicht zur heutigen Pressekonferenz eingeladen worden, so dass wir nun auf diesem Weg Stellung beziehen wollen.

Wir die MEHR SEEN Festival GmbH, Veranstalter des Sea Of Love Festivals 2011, bedauern zutiefst die Vorkommnisse bei den Nachtveranstaltungen der diesjährigen SEA OF LOVE.

Zum 10-jährigen Geburtstag der Sea Of Love haben wir ein Programm gebucht, das in der Quantität und Qualität in Deutschland, vielleicht sogar in Europa, einmalig war. Das Sea Of Love Festival war immer ein Tagesfestival, einzig im letzten Jahr fand es an zwei Tagen statt. Anlässlich des 10-Jährigen Bestehens wollten wir dem Zuschauer, insbesondere den auswärtigen Besuchern auf dem Campingplatz eine Zusatzveranstaltung nachts in der Messe anbieten.

Es war uns bewusst, dass wir in der Messe eine beschränkte Quantität haben werden. Aufgrund der Erfahrung vom letzten Jahr, sind wir davon ausgegangen, bei der Nachtveranstaltung eine Besucherquote von max. 20% der Festivalbesucher zu haben. Diese Einschätzung erwies sich leider als falsch. Wir müssen aber der Aussage der Polizei widersprechen, laut derer angeblich 10.000 Besucher zusätzlich am Freitag in die Messe wollten. Realistische Einschätzungen von neutralen Beobachtern gehen von maximal 2.000 Gästen aus. Diese sind dann auch wieder in Richtung der Campingplätze abgewandert. Der Polizeieinsatz bei der Sea of Love @ Night am Freitag erfolgte aufgrund einer Gruppe von ca. 200 randalierenden Besuchern. Dank der Polizei konnte dieser Tumult ohne Sach- und Personenschäden aufgelöst werden. Dafür möchten wir uns hier noch einmal ausdrücklich bei der Freiburger Polizei bedanken.

Des Weiteren möchten wir uns insbesondere bei den Besuchern für die Anreise und beim Campingplatz Check-in entschuldigen. Da gibt es nichts zu entschuldigen, das von uns entwickelte Konzept hat nicht gegriffen. Es war zu kompliziert, zu aufwendig und hat letztendlich für den Rückstau und für frustrierte Besucher sowie Anwohner gesorgt.

Wir von der MEHR SEEN GmbH haben ein detailliertes Veranstaltungskonzept erarbeitet, das lange vor der Veranstaltung bei der Stadt Freiburg eingereicht wurde. Dieses Konzept wurde von der Stadt genehmigt und ist von uns «1 zu 1» umgesetzt worden. Wir haben sowohl im Vorfeld als auch während der Veranstaltung ständig den Dialog mit den Behörden gesucht. Auf wiedrige Umstände haben wir sofort reagiert und auch Anregungen umgesetzt.

Es ist richtig, dass der Wunsch des Ordnungsamtes nach "freien Wasserstellen" nicht umgesetzt werden konnte. Dieser Wunsch ist drei Tage vor der Veranstaltung schriftlich angeordnet worden. Auf dem Festival gibt es aber keine Trinkwasseranschlüsse. Und Wassertanks, die wir kurzfristig anmieten wollten, waren einfach nicht zu bekommen. Der Abgabepreis von 0,2l Wasser zu 1,20 Euro ist einmalig in der deutschen Festivallandschaft. Sowohl auf dem Campingplatz als auch in der Messe gab es freie Wasserstellen.

Trotz der genannten Probleme und den schwierigen Wetterbedingungen war die Sea Of Love auch in diesem Jahr ein friedvolles Fest, bei dem die Zuschauer hervorragende Künstler gesehen und gemeinsam gefeiert haben. Trotz der enormen Kosten, insbesondere aufgrund der Gagen, haben wir den Eintrittspreis zum 10-Jährigen Jubiläum nicht erhöht.

Wir möchten uns bei unseren treuen Besuchern ausdrücklich für die oben genannten Probleme bzw. Fehleinschätzungen entschuldigen. Der Stadt Freiburg und der Polizei danken wir für ihren Einsatz und entschuldigen uns für eventuell entstandene Unannehmlichkeiten. Wir werden alles in unserer Macht stehende, alle offenen Fragen und Probleme in den nächsten Tagen aufarbeiten. Hierzu möchten wir alle Beteiligten um Geduld bitten, da aufgrund des starken Regens erhebliche Zusatzarbeit beim Abbau entstanden ist. Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und werden im Dialog mit den Zuschauern und den Behörden der Stadt Freiburg eine komplette Analyse der Veranstaltung vornehmen.

Wir würden uns wünschen, das man nach der detaillierten Analyse und Aufarbeitung gemeinsam im Gespräch mit den Behörden und der Stadt Freiburg darüber diskutiert, wie und ob man, in welcher Form auch immer, ein erneutes friedvolles Festival in Freiburg realisieren kann.

Mehr Seen Festival GmbH
Neulindernstr. 35
79106 Freiburg
 

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