Schwule Filmwoche im Kandelhof

Jennifer Bormann

Von Nischenfilmen bis preisgekrönten Blockbustern. Dokumentationen, Kurz- und Spielfilme. Die Freiburger Schwule Filmwoche rückt das männliche Geschlecht in den Vordergrund und zeigt dieses Jahr ein breites Programm rund um das Thema Familie und Beziehungen in ihren unterschiedlichsten Formen.



Filmübergreifendes Thema in diesem Jahr ist die Familienbande, und zwar in all ihren unterschiedlichen Formen und Konstellationen. Das älteste Schwulenfilmfestival Deutschlands, von der Rosa Hilfe Freiburg e.V. initiiert, wird seit 1985 ehrenamtlich in Freiburg veranstaltet. Im Kandelhof werden eine Woche lang schwule Filme gezeigt. Ein paar davon – Tipps der Schwule-Filmwoche-Redaktion – stellen wir euch im Folgenden kurz vor.


A single man

Christopher Isherwoods Roman bildet die Grundlage für den an einem einzigen Tag, Anfang der 60er Jahre, spielenden Film über den Literaturprofessor George Falconer (Colin Firth), der seinen Lebenspartner bei einem Unfall verliert und deshalb an Depressionen und Selbstmordgedanken leidet. Tom Fords Regiedebüt.

J’ai tué ma mère - I Killed My Mother



Xavier Dolan, Hauptdarsteller, Regisseur und Drehbuchautor, spielt den 17-jährigen Hubert, dem es eigentlich nicht besser gehen könnte: er hat einen Freund und eine eigene Wohnung steht auch in Aussicht. Nur die Mutter, die stört dann doch ab und zu und so behauptet Hubert, sie sei tot. Als sie ihn daraufhin in ein Internat stecken will... verraten wird nichts. Wunderbare Wortgefechte.

Patrik 1,5

Skandinavische Komödie über ein Schwulenpärchen, dem zum völligen Glück nur noch das eigene Baby fehlt. Wegen eines Tippfehlers aber bekommen die beiden anstatt „Patrik 1,5“, den 15-jährigen Patrik – der im Grunde die ganze Welt, vor allem aber Schwule hasst.

Postcard to Daddy

Für den Teddy-Award nominierter autobiographischer Dokumentarfilm des schwulen Filmemachers Michael Stock, der von seinem Vater missbraucht wurde. Zu Wort kommen hier seine Mutter, Geschwister und auch sein Vater. Ohne Schwarz-Weiß-Malerei will der Film zuhören und den Zuschauer sein Urteil selbst fällen lassen.

Amphetamine



Kafka, ein amphetaminabhängiger Schwimmlehrer und Kampfsportler, versucht mit allen Mitteln seine kranke Mutter zu unterstützen. David, erfolgreicher Finanzmanager, verliebt sich in ihn. Für die beiden, die unterschiedlicher nicht sein könnten, beginnt eine heftige Liebesbeziehung. Eine bildgewaltige Filmgeschichte.

Programm:

Donnerstag, 29.04.
19:00 I Love You Philip Morris
21:00 From Beginning to End (Do Começo ao Fim) | Vorfilm: Mother knows best

Freitag, 30.04.
19:00 Hollywood, je t'aime
21:00 Patrik 1,5 
23:00 Antonio’s Secret (Ang lihim ni Antonio)

Samstag, 01.05.
17:00 From Beginning to End (Do Começo ao Fim) | Vorfilm: Mother knows best 19:00 An Englishman in New York
20:30 Die Kurzfassung - Das Kurzfilmprogramm
23:00 Amphetamine

Sonntag, 02.05.
15:00 Patrik 1,5
17:00 Postcard to Daddy
19:00 Big Eden
21:15 Eyes Wide Open

Montag, 03.04.
19:15 A Single Man 
21:15 Le fil - Die Spur unserer Sehnsucht

Dienstag, 04.05.
19:15 Plan B
21:15 ÜBERRASCHUNGSFILM!

Mittwoch, 05.05.
19:15 Ciao
21:15 J'ai tué ma mère

Was: 26. Schwule Filmwoche
Wann: Donnerstag, 29. April 2010 bis Mittwoch, 5. Mai 2010
Wo: Kino Kandelhof, Kandelstraße 27, 79106 Freiburg
Eintritt: 7 Euro (ermäßigt 6 Euro), 5er Karte 25 Euro, Dauerkarte 50 Euro. Reservierungen: Tel. 0761 283707

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