Schwul-lesbischer Sport in Freiburg

Christian Deker

Es entfacht schon einen Funken Komik, wenn die neue Website GaySportFreiburg ihre "Wanderung über die Eichelspitze" bewirbt. Aber Kalauer beiseite: wir haben den Websitebetreiber Thomas Burckhardt gefragt, wie und warum er es schaffen will, schwule und lesbische Sportlerinnen und Sportler in Freiburg noch besser zu vernetzen.



Eines will Thomas Burckhardt auf keinen Fall: sich selbst ausgrenzen. Gemeinsamer Sport sei eine herausragende Möglichkeit für Menschen, auf natürliche Art und Weise Kontakt zu finden und sich kennenzulernen, sagt er. "Dies bedeutet aber nicht, dass sich dies auf Sportangebote extra für Schwule und Lesben beschränken muss." Schwule, Lesben und Bisexuelle bräuchten aber eben Gleichgesinnte, um sich begegnen und austauschen zu können – "so wie bei den Heterosexuellen auch".


Zwar gibt es Freiburg bereits seit langem schwul-lesbische Sportvereine wie den Volley-Vous e.V., die schwule Wandergruppe GayInterregio oder den schwul-lesbischen Tanzkreis. Doch darüber hinaus gibt es eine Reihe von Individualsportlern und -sportlerinnen, die sich durch eine Kontaktanzeige im Rosa-Hilfe-Magazin Schwul in Freiburg kennengelernt haben und seitdem gemeinsam Sport treiben.

Vor einiger Zeit hatte Thomas Burckhardt deshalb die Idee, die sportlich aktiven Lesben und Schwulen in Freiburg besser zu vernetzen. Mit Unterstützung der Rosa Hilfe gründete der Informatiker das Internetportal GaySportFreiburg. "Wir wollen damit all diesen Menschen ein Forum zur Kontaktaufnahme, zum Austausch und zur Vernetzung bieten, um auch das Angebot zu verbreitern", sagt Burckhardt. Tischtennis, Badminton, Basketball, Rennradtouren, Mountainbiking, Schwimmen, Wintersport – den Aktivitäten sind keine Grenzen gesetzt.



Außerdem können sich Interessierte gemeinsam für die Gay-Games in Köln 2010 vorbereiten, dem nach eigenen Angaben größten Sport- und Kulturfest der Welt. Etwa 12.000 TeilnehmerInnen aus über 70 Nationen werden unter dem Motto "Be part of it!" erwartet.

Wie bei den GayGames kann auch bei GaySportFreiburg.de jeder teilnehmen, unabhängig von Fähigkeiten, Alter, sexueller Orientierung, Rasse, Geschlecht, Nationalität, politischer oder religiöser Überzeugung, ethnischer Orientierung oder HIV-Status. Das Gemeinsame sei das Interesse am Sport, sagt Burckhardt, und die Toleranz gegenüber den anderen.

"Wir würden uns freuen, wenn in allen Sportvereinen eine Gruppe offen lebender Schwulen und Lesben freundlich aufgenommen werden würde", sagt Thomas Burckhardt. Leider erfahre man aber immer wieder von Anfeindungen, insbesondere bei Mannschaftssportarten, so dass ein Outing immer noch ein Risiko sei.

Und so funktioniert GaySportFreiburg.de: Jeder kann zu den unterschiedlichsten Sportarten einen Kommentar verfassen und dabei seine Kontaktdaten hinterlassen. Dies funktioniert so ähnlich wie bei einem Forum: eine Nachricht verfassen, abschicken und kurze Zeit darauf ist diese auf der Webseite veröffentlicht. Wer mitorganisieren und mitgestalten möchte, kann auch Teil der Redaktion werden.

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