Schräge Klamotten

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass auch T-Shirts manchmal in Verzug geraten? Man kennt das von meist preiswerten Sachen: Frisch gekauft sehen sie noch klasse aus. Doch nach den ersten Waschgängen merkt man das Dilemma beim Bügeln oder Zusammenlegen: Das Hemd ist schief! Der Grund dafür liegt in der Herstellung.

Bei der Produktion von T-Shirts werden die einzelnen Teile, die später zusammengenäht werden sollen, zunächst aus großen Stoffbahnen ausgeschnitten. Dafür werden Schablonen so auf dem Stoff verteilt, dass möglichst wenig Verschnitt übrig bleibt.


Und damit der Arbeitsaufwand möglichst gering gehalten wird, übernehmen dieses Zuschneiden große Maschinen, die gleich mehrere Stoffbahnen übereinander auf die Maße der Schablone zuschneiden. Je mehr Schichten da aufeinander liegen, desto größer muss auch der Druck sein, mit der die Schneiden auf den Stoff treffen.

Dabei kann es dazu kommen, dass, auch wenn die Stoffbahnen aneinander befestigt sind, diese sich gegeneinander verschieben. Und schon sind von den gleichzeitig zugeschnittenen T-Shirts ein paar dabei, bei denen die Seitennaht nicht genau parallel zu der Webrichtung verläuft. Nach ein paar Waschgängen richten sich die Maschen zueinander so aus, dass die Naht plötzlich nicht mehr gerade an der Seite, sondern schräg in Richtung Bauch verläuft.