Schmitz Katze macht weiter – mindestens bis Ende September

Daniel Laufer

Der Club an der Haslacher Straße in Freiburg macht wieder auf – und zwar ab sofort. Das sagte der vorläufige Insolvenzverwalter am Dienstagnachmittag. Kann er den Club retten?

"Die ’Katze’ lebt", sagt Harald E. Manias, vorläufiger Insolvenzverwalter von Schmitz Katze. Am Freitag hatte der Club an der Haslacher Straße in Freiburg seinen Insolvenzantrag bekanntgegeben. Seitdem habe Manias Gespräche geführt. Nun sei klar: Es geht weiter, mindestens bis Ende September. Löhne und Gehälter seien gesichert, sie würden vorfinanziert.


Betreiber Gerrit Kossmann hatte das Projekt bereits für gescheitert erklärt, von "dramatischen Veränderungen der Gästezahlen" gesprochen. "Das war vielleicht eine Panikaktion", sagt Manias am Dienstag. Er selbst sei zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht involviert gewesen, habe nun aber mit den Mitarbeitern und Beteiligten geredet – und entschieden, den Club vorerst fortzuführen.

Veranstaltungen finden wie geplant statt

"Wir haben über Facebook großen Zuspruch von den Gästen bekommen, das hat uns in der Entscheidung bestärkt", so Manias. Auch Lieferanten, darunter das Getränkeunternehmen Südstar, hätten ihre Unterstützung zugesichert.

Bereits gebuchte Veranstaltungen sollen deshalb wie geplant stattfinden, darunter der "Late Vintage Markt" und die Party "Ohne Pauken, mit Trompeten" am Freitag, auch der Electroswing-Abend "Käthes Ballpalast" am Samstag.

Allerdings ohne Gerrit Kossmann. "Er zieht sich aus dem operativen Geschäft zurück, das wird nun von den bisherigen Angestellten geplant und mit uns abgestimmt", sagt Manias. Weitere, noch nicht angekündigte Veranstaltungen könnten stattfinden. "Wir müssen zwar noch durchkalkulieren, inwiefern das stattfinden kann, geplant ist es aber." Bereits seit Montag stehen die Türen der "Katze" wieder offen.

Sind die Räume schon gekündigt?

Noch nicht gesprochen habe Manias mit den Verpächtern. Den Hof hat Schmitz Katze vom Eigentümer des Areals angemietet, das Auditorium und den Barbereich als Unterpächter von der Jazz und Rock Schule. Deren Geschäftsführer Christian Pertschy hatte am Freitag noch gesagt: "Die Räume sind im beidseitigen Einverständnis gekündigt – auf Ende Juli." Fudder konnte ihn am Dienstagnachmittag nicht für eine Stellungnahme erreichen.

Von einer Kündigung wisse er nichts, sagt Manias. "Mit den Verpächtern konnten wir noch keinen Kontakt aufnehmen. Ich denke aber, es liegt auch in ihrem Interesse, dass alles ordnungsgemäß weitergeht."

Wie geht es nach September weiter?

Derweil gebe es bereits Anfragen von Interessenten, die Schmitz Katze gerne weiterführen würden. "Erste Gespräche haben wir geführt, aber man kann noch nichts Definitives sagen", so Manias.

Nicht vor Mitte September würde sich wohl abzeichnen, wie es langfristig weitergeht. Bis dann will der vorläufige Insolvenzverwalter wissen, was er den Gläubigern zur Entscheidung vorlegen kann.