Freiburger Clubsterben

Schmitz Katze ist pleite und stellt Insolvenzantrag

Daniel Laufer

Schmitz Katze, der Club an der Haslacher Straße in Freiburg, ist zahlungsunfähig. Bereits der geplante House-Abend an diesem Freitag wurde abgesagt. Betreiber Gerrit Kossmann bezeichnet das Projekt als gescheitert.

Der Club Schmitz Katze ist zahlungsunfähig, die Räume sind zum Monatsende gekündigt. "Ich musste aufgeben", sagt Betreiber Gerrit Kossmann. "Es hat dramatische Veränderungen der Gästezahlen gegeben." Außerdem sei es sehr kostenintensiv gewesen, den Club an der Haslacher Straße zu betreiben, zu dem neben dem Innenbereich mit zwei Floors auch ein Innenhof gehört. "Der Druck war enorm."


Eröffnet hatten Schmitz Katze im Juni 2012 Jan Ehret und Markus Gut, zuvor Betreiber des Klubs Kamikaze. Bei Konzept und Gestaltung dienten Clubs wie das ehemalige Kater Holzig in Berlin als Vorlage. Seit einigen Monaten, so Kossmann, seien Ehret und Gut nun nicht mehr in das operative Geschäft eingebunden gewesen.

"Die Kids daten sich alle via Facebook – früher ging man dazu noch in den Club."Schmitz Katze-Betreiber Gerrit Kossmann

Auch am Konzept war mit der Zeit geschraubt worden. "Das Programm war zu Beginn unserer Zeit sicher ’undergroundiger’, aber das war auf Dauer finanziell nicht haltbar. Inhaltlich betrachtet, mussten wir auch den kommerziellen Sektor bedienen und kompromissbereit sein", sagt Kossmann. Schmitz Katze sei immer ein "Laden für alle" gewesen.

Zuletzt konnte man Rechnungen nicht mehr bezahlen. "Freiburg ist jetzt auch nicht der stärkste und zahlungsfreudigste Clubmarkt der Republik!" Die Ausgehkultur in der Stadt habe sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Es gebe eine "Übersättigung des Marktes, gerade beim elektronischen Musikgenre". Eine Rolle hätten auch die sozialen Medien gespielt. Kossmann spricht vom "finalen Durchschlag" auf das Nachtleben. "Die Kids daten sich alle via Facebook – früher ging man dazu noch in den Club."



Betroffen sind neben vier Festangestellten auch eine Auszubildende und 40 bis 60 Minijobber, etwa an der Bar oder an der Tür. Einige Mitarbeiter soll Kossmann nach fudder-Informationen erst am Mittwochvormittag informiert haben – per Email. "Für manchen habe ich sicher zu spät informiert. Da habe ich auch einige verletzt, was ich bedaure."

Wie geht es jetzt weiter?

Für den Moment ist Schluss, der geplante House-Abend an diesem Freitag und die "Pandaparty" am Samstag werden nicht mehr stattfinden. Als vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Gericht den Freiburger Rechtsanwalt Harald E. Manias bestimmt, der in der Vergangenheit unter anderem die Insolvenz der Passage46 verwaltet hat.

Gerrit Kossmann bezeichnet das Projekt Schmitz Katze als gescheitert. "Ich brauche jetzt erstmal eine Auszeit, um Kraft zu schöpfen für meine neuen Aufgaben. Es gibt Gespräche über Nachfolger, aber das liegt alles nicht in meiner Hand."

Zieht das ArTik in die Katze?

Eigentümer ist der Kulturpark, der den Hof auch selbst verpachtet. Den Barbereich und das Auditorium verpachtet wiederum die Jazz und Rock Schule unter, die die Räume gemeinsam mit der hKDM mitnutzt. "Der Nachfolger muss zu unserem Konzept passen", sagt Geschäftsführer Christian Pertschy. "Ich bin mir noch nicht im Klaren darüber, ob das wieder ein Club- oder Barbetrieb sein wird. Vielleicht kommen auch Büros rein."

Auch das Jugendzentrum ArTik könnte in Frage kommen: Schon an diesem Freitagnachmittag besichtigen Vertreter von Stadtverwaltung und Gemeinderat die Räume. "Mir ist aber nicht ganz klar, welchen Bedarf das Artik hat", so Pertschy.

Nicht betroffen auf dem Areal ist das Café Mohrentopf. Bis vor wenigen Monaten war es noch Unterpächter von Schmitz Katze, mittlerweile pachtet es seine Räume aber direkt vom Kulturpark.