Schmid und Heinrich gestehen Doping

Carolin Buchheim

Die Freiburger Sportmediziner Andreas Schmid und Lothar Heinrich haben heute Abend überraschend zugegeben, seit Mitte der 90er Jahre am Doping einzelner Radsportler innerhalb des Team Telekom (heute Team T-Mobile) beteiligt gewesen zu sein. Die beiden Ärzte der Uniklinik gaben voneinander unabhängig diesbezügliche Erklärungen ab.



"Ich räume ein, seit Mitte der 90er Jahre das Doping einzelner Radprofis unterstützt zu haben", ließ Professor Andreas Schmid durch seinen Anwalt mitteilen. "Ich habe den Radsportlern auf Anforderung Drogensubstanzen, insbesondere EPO, zugänglich gemacht."


Lothar Heinrich gab in seiner Mitteilung zu, in seiner Funktion als Sportmediziner an Doping von Radsportlern mitgewirkt zu haben. Er bedauere diese ärztlichen Verfehlungen.

Die Vorstand der Uniklinik hatte die Ärzte zwar gestern suspendiert, zugleich aber erklärt, dass für beide Ärzte weiterhin die Unschuldsvermutung gelte.

Die Erklärungen der beiden Mediziner sind Teil einer wahren Geständnislawine im Umfeld des Team T-Mobile.

Nachdem gestern die ehemaligen Radprofis Bert Dietz und Christian Henn Dopingbeichten abgelegt hatte, hatte heute Nachmittag auch der ehemalige Team Telekom-Fahrer Udo Bölts, heute sportlicher Leiter im Team Gerolsteiner, in einem ARD-Interview Doping gestanden. Er hatte die Freiburger Ärzte jedoch entlastet und mitgeteilt, er habe die Mittel vom belgischen Masseur Jef d'Hont erhalten. Dieser hatte in einem vor wenigen Wochen in Belgien erschienen Doping-Enthüllungsbuch zuerst die schweren Vorwürfe gegenüber Fahrern des Team Telekom geäußert.

Es wird erwartet, dass der ehemalige Team Telekom-Fahrer Rolf Aldag, heute sportlicher Leiter bei T-Mobile, spätestens Morgen ebenfalls Doping zugeben wird.

Mehr dazu: