Schlafzimmerblick (8): Benedikt Gottlieb

David Weigend & Dominic Rock

Das Bild, das uns US-Serien der Marke "L.A. Firefighters" vom Berufsalltag der Feuerwehr vermitteln, trifft zumindest für deutsche Verhältnisse nicht ganz zu. Dies zeigt ein Blick in den Ruheraum von Benedikt Gottlieb (26), der bei der Freiburger Berufsfeuerwehr angestellt ist.



"Das ist mein Ruheraum. Zimmernummer A 322, 15 qm, Linoleum, spartanische Einrichtung, Blick auf den Schlauchturm. Es gibt acht Klappbetten, leider haben sie keinen Lattenrost. Ab 22 Uhr dürfen wir uns hinlegen. Ein richtiger Schlaf ist das aber nicht. Mit einem Ohr ist man immer am Lautsprecher.




Der Alarm kommt in drei Teilen: Vorwarnung, ein Gong, dann noch einer. Überall geht das Licht an. Der Weg vom Bett zum Löschfahrzeug ist automatisiert. Aufstehen, Hose an, auf den Flur, runterrutschen, alles in einer Minute. Da muss man schon schnell seine Sinne sammeln, damit man nicht neben die Stange hüpft.



Meist sind wir nur zu zweit oder zu dritt hier drin. Wir verbringen viel Zeit mit den Kollegen auf der Wache. Da ist es gut, wenn man sich mal kurz zurückziehen kann. Ich blättere dann im National Geographic, telefoniere mit meiner Freundin oder denke nach über den letzten Einsatz. Wie neulich, bei der Familientragödie in Gundelfingen. Wenn du da am Autowrack stehst und die Hintergründe kennst, beschäftigt dich das noch lange."

Mehr dazu:

fudder.de: Serie Schlafzimmerblick