SC-Spieler feiern Saisonabschluss in der Markthalle

Marius Buhl

Saison vorbei, Party erlaubt: Die Spieler des SC Freiburg haben gestern ihren Saisonabschluss in der Osteria und der Markthalle gefeiert. Mit dabei: edle Designerjeans, ein norwegisch-deutscher Witz und fudder-Redakteur Marius Buhl.



Ein wenig sieht es so aus, als käme da eine größere Schulklasse Richtung Osteria in der Grünwälderstraße gelaufen. Scherzende, feixende Jungs, die hinter ihren ernster drein blickenden Aufpassern her laufen. Die Aufpasser: Trainer Christian Streich und Präsident Fritz Keller. Die Schulklasse: Die Spieler des SC Freiburg, viele von ihnen zwischen 20 und 25 Jahre alt, gerade mit dem Flieger aus Hannover gekommen.


Private Saisonabschlussparty in der Osteria und einem abgesperrten Teil der Markthalle, lustig geht es da natürlich zu. Oliver Baumann macht einen Scherz und schuckt einen Mannschaftskollegen kumpelhaft zur Seite, Alexander Schwolow grinst nach seinem gelungenen Bundesliga-Debüt sowieso breit. Normale Jungs, Aufdembodengebliebene. Man muss sich bewusst machen, dass sie alles in allem mehr als 70 Millionen Euro wert sind, die Designerjeans von Sebastian Kerk und die Parfümwolke von Christian Günter noch nicht mal mit eingerechnet.

Überhaupt die Outfits. Felix Klaus hat ein riesiges schwarzes Shirt gewählt, dazu trägt er Hipsterhaarschnitt und schwarze Nietenchucks, Sebastian Kerk trägt zur zerfetzten Skinny-Jeans Lederjacke und weiße Stiefel. Hochinteressant, wenn man sie sonst nur in Ballsportbekleidung sieht.

Vor der Tür der Osteria stoppen sie dann, großes Hallo allerseits, Zeit für Smalltalk. Ja man hat heute leider nicht gewinnen können gegen Hannover, stolz könne man aber trotzdem sein. Super Saison, nun wird gefeiert.

Christian Günter ist ziemlich stolz auf das Geschaffte, die Saison beschreibt er in drei Worten so: „Anstrengend, erfolgreich, schön.“ Dass er nun sogar zur Nationalmannschaft darf, freut den jungen Verteidiger ganz besonders. „Der Hansi Flick hat angerufen und dann ahnt man ja am Telefon schon was. Als er dann gesagt hat, dass ich mit zum Polen-Spiel darf, war ich trotzdem riesig überrascht. Ich hab mich so gefreut.“ Einen kleinen Nachteil hat die Nominierung aber auch: „Am Montag geht der Flieger nach Hamburg, daher werde ich heute keinen Alkohol trinken.“ Dann muss er rein, die meisten Anderen sind schon drin. Zum Abschied klopft er mir auf den Rücken, sowie Fußballer das eben machen.

Ein wenig nachdenklich blicke ich ihm hinterher. Günter ist gerade mal 21, im Gespräch wirkt er aber deutlich älter.

Als alle schon drin sind, kommt noch Stürmer-Star Admir Mehmedi vorbei. Er wirkt wie immer ein wenig nachdenklich und abwesend, er denkt heute auch zurück an den Anfang der Saison. „Dass wir heute hier feiern können, das war anfangs nicht klar. Gerade ich selbst hatte es sehr schwer am Anfang, die Leute waren enttäuscht, dass ich nicht gleich eingeschlagen habe.“ Als ich ihm erzähle, dass ich immer an ihn geglaubt habe, muss er lachen. „Wer etwas von Fußball versteht, musste das so sehen.“ Ober in Freiburg bleibt? "In den nächsten zwei Wochen wird das entschieden". Mehmedi erzählt noch kurz von Mazedonien, dass er da jetzt für eine Woche hinfliegt, Familie besuchen. Dann ist der Smalltalk beendet, der Schweizer hat was von Wiener Schnitzel gehört und muss jetzt auch rein. Die Reporter müssen leider draußen bleiben.

Nur eine Sache wäre da noch zu erledigen, ein Bild muss noch gemacht werden. Dazu wird ein schöner Kuchen mit dem SC-Logo nach draußen gebracht, Fritz Keller holt noch, wie er sagt, den Gintes und den Julian aufs Bild, auch Alexander Schwolow stellt sich dazu. Alle recken den Daumen nach oben, zack, ein super Foto. Die Torte sieht aber auch echt lecker aus.

Dann kommt noch Vegar Eggen Hedenstad vorbei. „Was heißt Kuchen eigentlich auf Norwegisch?“, fragt Fritz Keller den norwegischen Abwehrspieler. Der grinst kurz, sich der deutschen Bedeutung des norwegischen Wortes bewusst und sagt: „Kake.“ Da müssen sie beide lachen, der Präsident und der Spieler und der Fritz schließt den Vegar kurz in seine Arme. Ja, heute ist Zeit für solche Späße, heute ist der richtige Anlass.