SC gegen TuS Koblenz: 6 Tore in 37 Minuten

David Weigend

Nach einer spannenden zweiten Halbzeit besiegt der SC Freiburg die TuS Koblenz vor 13 600 Zuschauern mit 4:2. Robin Dutt sagte in der Pressekonferenz nach dem Spiel, dass er eigentlich vier Spiele kommentieren müsste. Warum, steht im folgenden. Übrigens: Die Tabellenführung ist Dutt "völlig egal".



15.45 Uhr, Dreisamstadion. Abpfiff nach dramatischer Endphase. Robin Dutt atmet tief durch. Das Spiel hat Nerven gekostet. Er geht zur Nordtribüne, entfacht kleine La Olas, klatscht die Fans am Gitter ab, schreibt mit blauem Edding Autogramme. Wenig später betritt er den Raum, in dem die Pressekonferenz stattfindet.


Zunächst resümiert sein Kollege Uwe Rapolder den Kick und spricht von einem "Spiel der großen Emotionen". Insbesondere lobt er die technische Fertigkeit von Dennis Aogo, die er beim 4-2 mit wunderbarer Ballannahme und fulminantem Abschluss unter Beweis stellte.

Danach vierteilt SC-Coach Robin Dutt seine Spielanalyse, die in etwa wiefolgt ausfällt: "



Spiel 1: Langeweile (1. bis 45. Minute)

Die erste Halbzeit war langweilig. Unser Spiel war nicht kreativ. Gegen das gut organisierte Koblenzer Team haben wir es nicht verstanden, uns durchzusetzen.

Spiel 2: Können (46. bis 64. Minute)

Mit dem 1:0 durch Bencik ist bei uns der Knoten geplatzt. Nun habe ich die Mannschaft gesehen, die ich aus den letzten Spielen kannte. Wir haben ordentlich kombiniert und Jonathan (Pitroipa) wurde beim 2:0 super in Szene gesetzt.



Spiel 3: Leichtfertigkeit (65. bis 84. Minute)

Das ist das Spiel, das ich eigentlich gar nicht sehen wollte. An dieser Stelle muss ich ein paar mahnende Worte an die Mannschaft richten. Du kannst doch nicht mit 2-0 führen und dich dann durch zwei lange Bälle um den Lohn deiner Arbeit bringen lassen. In solch einer Phase muss man selbstbewusst auftreten, aber doch nicht arrogant.

Die Mannschaft war berauscht vom eigenen Spiel. Mein erster Eindruck war, dass wir zum Zeitpunkt der 2-0-Führung alles nur noch spielerisch lösen wollten und zu locker in die Zweikämpfe gegangen sind. Da macht's "Klack-Klack" und schon steht's 2-2.



Spiel 4: Selbstvertrauen (85. bis 90. Minute)

Das sind die typischen Freiburger Jungs. Wo nehmen die bloß das Selbstvertrauen her, die mentale Stärke? Zum Glück hat der Linienrichter beim Koblenzer Tor in der Schlussphase die Fahne gehoben (Abseits). Wir dürfen nicht immer damit rechnen, dass sowas gut ausgeht. Mich hätte ein 2-0 mehr gefreut."

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