SC Freiburg - Schalke 04: Trotz Tor-Dürre ein Schritt nach vorne

Stefan Rempel

Zum siebten Mal in Folge ohne Sieg, zum fünften Mal in Folge kein Treffer im eigenen Stadion. Die Luft wird dünner für den SC Freiburg - trotzdem war das 0:0 gegen Schalke 04 ein Schritt nach vorne.



Mit der gleichen Aufstellung wie in Leverkusen zeigte der SC Freiburg in der ersten Halbzeit eine ambitionierte Leistung. Mit einer engagierten Laufarbeit  ließ man die Schalker im ausverkauften Dreisamstadion zunächst kaum zur Entfaltung kommen. Insbesondere über die rechte Seite  konnte Du-Ri Cha das eine oder andere Mal den Schalker Schmitz düpieren - allein der finale Pass in die Mitte wollte ihm dann nicht gelingen.   


Weitere Artikel zum SC: Der SC Freiburg schaffte es jedoch nicht, seine leichte optische Überlegenheit in  richtige Torchancen umzumünzen. Immerhin aber waren Ansätze zu sehen. Pappis Cissé ließ bisweilen seine Klasse aufblitzen, Makiadi  zielte neben das Tor und insgesamt war der Zug zum Tor ausgeprägter als in anderen Heimspielen.

Kuranyi trifft den Pfosten...

Dass gestern allerdings keine Laufkundschaft im Badischen gastierte, bekamen die Zuschauer zum ersten mal nach einer guten halben Stunde zu spüren.   Baumjohann flankte auf Kuranyi - und nur der Pfosten verhinderte das 0:1 für die Knappen. 

...und Idrissou die Latte!

Nach dieser Schrecksekunde übernahm wieder der SC das Kommando, und hätte Idrisssou kurz vor der Pause einen Freistoß von Schuster nicht an die Latte, sondern ins Tor verlängert, es wären keine Wünsche offen geblieben. 

Wembley-Tor von Bordon

Nach der Pause stellte sich zunächst Wembley-Feeling im Dreisamstadion ein.  Einen Freistoß von Baumjohann köpfte Bordon an die Unterkante der Latte. Zum Glück für die Gastgeber entschied der ansonsten sicher und gut leitende  Schiedsrichter Drees nicht auf Tor. Die Fernsehbilder sollten das später als Fehlentscheidung entlarven. 



Es war offenbar die Initialzündung für einen nun deutlich engagierter auftretenden Gegner. Dem SC Freiburg wurde die Spielkontrolle nun aus der Hand genommen, die Aktionen wurden zunehmend zerfahrener, und insbesondere mit der Einwechslung von Farfan entwickelten die Knappen nun ein deutliches Übergewicht.   

Es war allerdings der SC selber, der beinahe für die Gästeführung gesorgt hätte. Einen katastrophalen Fehlpass von Schuster nahm Kuranyi auf und der verfehlte nur knapp das Gehäuse von Simon Pouplin. Es folgten weitere Schalker Chancen durch Farfan und Höwedes. In dieser Phase gelang es dem SC nur selten, für Entlastung zu sorgen, das Mittelfeld wurde preisgegeben und das Spielgeschehen spielte sich nun hauptsächlich in der Hälfte des SC Freiburg ab.  Auch die Einwechslung von Ivica Banovic konnte daran nichts ändern.  

Aufgrund der zweiten Halbzeit und dem Chancenplus der Schalker darf der gestrige Punkt auf der Habenseite verbucht werden. Angesichts der Ergebnisse der Konkurrenten hat man sogar den Abstand auf die Abstiegsplätze vergrößert. Der SC sollte sich allerdings nicht täuschen lassen: Will das Team die Klasse erhalten, muss es häufiger das Tor treffen.

In diesem Sinn wirkte der gestern in der zweiten Halbzeit angestimmte Schlachtruf „Einer muss jetzt rein“ doch eher unfreiwillig komisch. Es gab nur sehr wenig, was da hätte reingehen können und man wurde fast ein bisschen wehmütig, wenn man an vergangene Zeiten dachte, als ein genervtes  „Schiiieeeeeß“ durchs Stadion waberte, wenn also endlose Strafraumrochaden zu keinem Abschluss führten. 

Diese Aktionen sind nach wie vor Mangelware, der SC Freiburg bringt sich zu selten in Abschlussposition und wenn die wenigen Chancen nicht genutzt werden, führt dies zur Einstellung eines Negativrekordes: fünf Heimspiele in Folge ohne eigenes Tor.   

Trotzdem war das gestrige Spiel eine Steigerung gegenüber den vorangegangenen Auftritten. Das macht Mut! Spätestens in zwei Wochen gegen die Hertha aus Berlin muss der SC aber auch wieder mal vor den eigenen Fans ins Tor treffen!

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