SC Freiburg: Hund reißt Lina Magull in Testspiel um

Alexandra Röderer

Die Frauen des SC Freiburg sind Mars Bischheim klar überlegen, als Stürmerin Lina Magull zum Sprint ansetzt – und von einem Hund umgegrätscht wird. Wie hat sie das zottelige Tackling erlebt?



Die Stürmerin blickt nach oben, sucht den Ball, setzt zum Sprint an – und wird von einem kleinen Hund umgegrätscht. Lina Magull, 20 Jahre alter Neuzugang beim SC Freiburg, hat im Spiel gegen den unterklassigen Mars Bischheim am Freitag in Riquewihr drei der 15 Tore für den Sportclub erzielt. "Nur der Hund kann sie stoppen", schrieb dazu ihre Mannschaftskollegin Clara Schöne, die ein Video von dem fiesen Tackling auf Instagram und Facebook postete.


Lina Magull ist vom VfL Wolfsburg an den Sportclub ausgeliehen, hat in ihren jungen Jahren schon viel erlebt und viel erreicht: Sie ist Deutsche Meisterin, Champions-League-Siegerin und U-20-Weltmeisterin, hat bereits im zarten Alter von fünf Jahren die Stollenschuhe übergestreift. Sauwetter, Blutgrätschen, Flitzer – nichts, was erfahrene Torjäger wie Magull noch nicht erlebt hätten. Doch das, was ihr jetzt widerfuhr, war selbst für sie einmalig.

Einen tollen Konter verhindert

"Ich glaube sowas kam überhaupt im Fußball noch nie vor", erzählt die 20-Jährige, die sich derzeit mit dem SC im Trainingslager im österreichischen Elbigenalp auf die kommende Saison vorbereitet. Es sei die kurioseste Situation gewesen, die sie jemals im Fußball erlebt habe. "Sicherlich ist schon einmal ein Hund auf ein Spielfeld gelaufen. Aber dass er eine Spielerin umgrätscht und dann auch noch einen solch tollen Konter verhindert, das ist sicherlich einzigartig."

Voll auf das Spiel, auf den Ball konzentriert, habe sie den heranstürmenden Hund nicht kommen sehen. "Ich dachte erst, dass eine Gegenspielerin mich rüde umgrätscht", sagt Magull. Erst als sie am Boden lag, wurde ihr klar, dass ihre Gegnerinnen aus Bischheim zottelige Verstärkung bekommen hatten. "Und dann hatte ich erstmal Angst, dass er mich auch noch beißt."



Woher kam der Hund?

Doch der Hund wollte nur spielen, verließ aber ohne zu knurren wieder das Spielfeld. Für Magull, die in der vergangenen Saison auch aufgrund einer Verletzung wenig Einsatzzeiten hatte und beim SC Freiburg Spielpraxis sammeln soll, ging der Sturz glimpflich aus: "Meine Schulter hat ein wenig geschmerzt und ich war unter Schock, bis ich die Situation komplett realisiert habe." Sie sei einfach froh gewesen, dass er sie nicht gebissen und sie sich nicht verletzt habe.

Woher der Hund kam, ob der Besitzer Ehemann, Freund oder Familienmitglied einer der unterlegen Bischheimer Spielerinnen war, der den Spielverlauf bösartigerweise beeinflussen wollte, ist nicht bekannt. Lina Magull jedenfalls suchte nach dem Schlusspfiff keine nähere Bekanntschaft. "Ich war ganz froh, dass ich keinen Kontakt mehr mit ihm hatte. Er hat vermutlich schnell das Weite gesucht."

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[Foto: Screenshot]