Satire-Stadtrat Waldenspuhl erhält absurden Drohbrief

Daniel Laufer

DIE PARTEI-Stadtrat Simon Waldenspuhl hat anonyme Post erhalten. Erst eine Karte, nun dieser Brief. Was es damit auf sich hat, ist unklar, wie man ihn deuten muss, auch:



Hat Stadtrat Simon Waldenspuhl von der PARTEI eine Drohung erhalten? Diesen Brief jedenfalls bekam er wohl am Montag, adressiert an das Rathaus:


"Es stinkt der See, die Luft ist rein, Waldenspuhl muss ertrunken sein! Die armen Fische…"

Der Brief ist mit dem Computer geschrieben, die Adresse steht handschriftlich auf dem Umschlag, dazu zwei Buchstaben anstelle eines Absenders: A. H. Und es sei nicht das erste Mal, dass Waldenspuhl Post bekommen habe, erzählt der. Schon im August habe er eine Postkarte erhalten, der Handschrift nach zu urteilen möglicherweise vom gleichen Verfasser:

"Du geltungssüchtiger, moneygeiler Chihuahua, der zum Markieren im Handstand pieseln muss!"

Auf der Vorderseite: eine Landschaftsaufnahme aus Neuseeland. Längst habe Waldenspuhl sie weggeworfen, erzählt er, sie trotzdem abfotografiert. Wie er nun auf der Brief reagieren wird? Noch habe Waldenspuhl sich nicht entschieden. "Eine Drohung schwingt mit, aber explizit ist es keine", sagt er. "Ich lass' mich davon nicht einschüchtern, frage aber natürlich: Wem nützt das?"

Waldenspuhl gehört zu der Satire-Partei DIE PARTEI. Sein Metier ist die Provokation. Im Wahlkampf kündigte Waldenspuhl an, das Münster abreißen zu wollen, als erst erst einmal im Gemeinderat saß, lieferte sich er sich monatelang eine Fehde mit Freiburg Lebenswert. Am Ende bearbeitete DIE PARTEI das Wahlplakat von FL-Stadträtin Gerlinde Schrempp und stellte einen Vergleich zu der Terrororganisation IS auf. Das Thema landete im Ältestenrat, Waldenspuhl erntete viel Kritik.

Auch wenn es um seine Post geht, bleibt Waldenspuhl in der Rolle des Satirikers, die er in der Öffentlichkeit kaum verlässt. Man weiß nie so recht, was nun echt ist und was inszeniert, was zufällig geschieht und was wohlkalkuliert. "Da läuft offensichtlich eine Kampagne gegen mich, ich sehe das als Zeichen meines Erfolges", kommentiert er. "Dass der Absender oder die Absenderin sich so viel Mühe macht und Geld ausgibt – in den Zeiten des Internets…"