Samstag im Hofcafé Corosol: Mein Ritter

Julia Mungenast

Wer Samstagnachmittags über die KaJo schlendert, kann dort manchmal "Mein Ritter" spielen hören. Mit Gitarre, Akkordeon, Geige und Cajón spielt die junge Band aus Freiburg Selbstgeschriebenes und Coverversionen von Lieblingsliedern - und manchmal wird es der Polizei in Freiburg zu laut. Am Samstag tritt die Band im Hofcafé Corosol auf.

"Wir werden regelmäßig von der Polizei von der Straße verscheucht, weil wir nicht mit Cajón und Verstärker spielen dürfen", sagt Miriam, Geigerin bei Mein Ritter. "Die Leute regen sich dann auf, dass wir gehen müssen und setzen sich dafür ein, dass wir weiter spielen dürfen."


Die Band ist noch jung: Erst Ende letzten Jahres gründete Josias (25) mit seinem Bruder Philemon (22) "Mein Ritter". Der Bandname hat eine schöne Entstehungsgeschichte: "Meine Großmutter hat vor einigen Jahren angefangen, mich nicht mehr beim Vornamen zu nennen", sagt Philemon. "Sie nennt mich ausschließlich 'Mein Ritter', wenn sie mich sieht. Noch bevor wir eine Band hatten, wussten wir, wenn wir mal eine Band haben, dann nennen wir sie Mein Ritter." Hannah (20) und Miriam (26) stießen durch Freunde und eine Suchanzeige zu den Brüdern, und vervollständigten die Gruppe mit Keyboard und Akkordeon sowie Gesang und Geige.

"Die Diskussion um unseren Stil hatten wir schon", erzählt Miriam. Die Gruppe findet Schlagworten wie Indie, Folk und Pop mit deutschen Texten, aber auch Rock und Singer-Songwriter für ihre Musik. 

Wenn Josias singt "Wir stehen jetzt also bis zu den Knien im Schnee; aber wir kehren nicht um. Wir kommen an - irgendwann", erinnert die Gruppe musikalisch ein wenig an die Freiburger Geschwister Lena, Max und Lugi, die die Band "Philadelphia" gegründet haben. Auch wenn man "Mein Ritter" zuhört, fängt der Fuß fast von allein zu Wippen an. Josias Stimme kombiniert mit den besonderen Melodieinstrumenten Akkordeon und Geige, machen neugierig auf mehr.

Josias genießt es, auf der Straße zu musizieren: "Ich finde die Situation anders als in einem Club: Wir müssen die Leute mit dem Spielen überzeugen. In einem Club sind sie da und hören dir hoffentlich zu, aber die Leute auf der Straße planen nicht zuzuhören. Dann ist es noch schöner, wenn sie stehen bleiben."



Im vergangenen Sommer ist das Quartett auch schon beim ZMF aufgetreten; für die nächste Zeit stehen Aufnahmen an; irgendwann vielleicht auch eine Städtetour. Und besser wollen sie werden, logisch. "Bei mir ist es so, dass ich in den letzten zwei Jahren wenig Schlagzeug gespielt habe. Ich merke selber, dass viel verbesserungswürdig ist." Miriam antwortet promt mit lobenden Worten: "Das ist aber auch wahnsinnig selbstkritisch. Ich finde dich schon jetzt gut. Du bist total auf den Punkt, es ist krass so den Takt zu halten. Vor allem, weil ich andere Schlagzeuger kenne."

Am Samstag steht jetzt erstmal ein Konzert im Hofcafé Corosol an; an Wochenenden gibt es auf der Bühne des schnuckeligen Cafés auf dem Gewerbehof im Stühlinger immer wieder Konzerte. "Mein Ritter" freut sich auf den Auftritt. 

Die Band ist sich einig, dass ohne "Mein Ritter" nicht geht: "Die Band hat einen hohen Stellenwert, wegen der Musik, aber auch, weil es sehr schön ist mit uns vieren." Große Zustimmung. "Mir fehlt was, wenn wir zwei Wochen nicht proben. Man stellt doch auch was auf die Beine."

Mein Ritter - Bis hierher und nicht weiter

Quelle: YouTube  

Mehr dazu:

Was: "Mein Ritter"
Wann: Samstag, 27.Oktober 2012, 20 Uhr
Wo: Hofcafé Corosol, Ferdinand-Weiß-Straße 9 - 11 (Google Maps)