Rutschiges Radeln: Fünf Antworten eines Velokuriers

Romina Becker

Arbeiten unter erschwerten Bedingungen: Wie gehen Fahrradkuriere mit Schnee und Eis um? Fünf Fragen an Martin Allmendinger (40), der seit fünf Jahren beim Freiburger Radkurierdienst RADsFatz arbeitet.



Martin, machen dir die glatten Straßen bei der Arbeit Probleme?

Ja, auf jeden Fall. Ich brauche länger für meine Fahrten. Ein Beispiel: ich fahre von der Innenstadt nach Littenweiler, von dort aus in die Haid und dann wieder zurück. Normalerweise brauche ich für diese Strecke nicht einmal eine Stunde. Bei diesem Wetter bin ich dafür 90 Minuten unterwegs. Normalerweise fahre ich zwischen 30 und 40 km/h, unter diesen Bedingungen sind manchmal nicht mal 20km/h möglich.

Gibt es Gebiete, die besonders schlecht geräumt sind?

Ja. In der Wiehre ist sehr schlecht bis gar nicht geräumt, ebensowenig in Littenweiler. Die Zustände dort sind katastrophal, manchmal muss ich auf einer richtigen Eisbahn fahren. Abseits der Hauptstraßen wird so gut wie gar nicht geräumt.

Bist du schon hingefallen?

Ja, einmal. An einer Stelle, an der ich damit am wenigsten gerechnet hätte. Die Straße sah ungefährlich aus, aber es lag dort eine Eisplatte. Zack, hat's mir mein Vorderrad weggehauen. Da lag ich flach. Mir ist zum Glück nichts Ernsthaftes passiert. Mein Rad wurde ein wenig verschrammt.



Wie rüstest du dich für deine Arbeit im Winter?

Ich ziehe mich nach dem Zwiebelprinzip an, spezielle Fahrradklamotten für den Winter plus Winterfahrradschuhe. An mein Rad habe ich extra Winterreifen angebracht. Spikes habe ich keine dran, weil die eher kaputtgehen, wenn man über Asphalt fährt. Dafür habe ich Reifen mit einer speziellen Gummimischung  drauf - mit Granulat, das wirkt ähnlich wie Spikes, sie haben ein raueres Profil. Außerdem empfehle ich, wie beim Autofahren, weniger Reifendruck für besseren Grip.

Bekommst du in diesen Tagen mehr Trinkgeld?

Ich kriege sowieso fast nie Trinkgeld. Ausnahme: wenn ich für Apotheken Medikamente transportiere.

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[Foto: Ingo Schneider]