Rumms! Der Trick mit den Stiften

Lorenz Bockisch & Marc Schätzle

Was diese beiden Schülerinnen auf dem Bild mit den Finelinern machen, kennt jeder. Für Jugend forscht haben sie aber einen anderen Trick untersucht, mit dem man erreichen kann, dass die Stifte zusammenkleben! (Mit Video)



Eigentlich fing alles in einer langweiligen Mathestunde an. Die Jungs aus ihrer Klasse, so erzählen Anne Rist (16) und Amelie Maier (15), fingen damit an, Stifte so auf den Tisch zu hauen, dass diese aneinander kleben blieben.


Der Trick, der später zur Versuchsanordnung wurde, geht folgendermaßen: Man nehme sieben der sechseckigen Fineliner (die Marke kann, muss aber nicht Stabilo sein) und ordne sechs davon gleichmäßig um den siebten an. Dieser wird dann in der Mitte ein wenig nach unten herausgeschoben. Das ganze Paket wird dann fest in die Hand genommen und mit ausreichender Wupdizität auf einen Tisch gehauen. (siehe Video)

Nach einer Weile der Faszination war dann bei den beiden Dunaueschinger Schülerinnen die Neugier stärker, herauszufinden, woran das liegt. Also begannen die beiden ihr Projekt für Jugend forscht. Anfangs hatten sie mehrere Hypothesen, warum die Stifte aneinander kleben könnten. Liegt es etwa am Hautfett an den Stiften? Das wurde widerlegt, weil der Trick auch mit sauberen Stiften funktionierte. Und auch extra eingefettete Stifte klebten nicht wie erwünscht.

Auch die Kontaktelektrizität konnte ausgeschlossen werden. "Das funktioniert ja nur bei verschiedenen Stoffen", erklärt Amelie Maier dazu. Also konnte es nur die Reibungswärme sein. Und tatsächlich: Das Polypropylen (PP), ein Thermoplast, schmilzt bei 160° C. Die beiden maßen die Scherkräfte, die bei so einem Schlag auftreten, und kamen auf über 40 Newton, wenn die Stiftoberfläche angeraut war, sogar auf bis zu 50. Also genügend Energie, um das PP so weit zu erhitzen. Unterm Mikroskop betrachtet bestätigte sich die Vermutung: "Da sieht man kleine Fasern, an denen die Stifte zusammengeschmolzen sind", sagt Anne Rist.



Es folgten noch weitere Versuche, etwa mit Bleistiften, die mit Einkaufstüten oder Klebestreifen umwickelt waren. "Das ging zwar auch, aber nicht so gut", sagt Amelie, denn diese Materialien seien aus Polyethylen, das zwar auch ein Thermoplast sei, aber einen niedrigeren Schmelzpunkt hat.

Nur wie viele der sieben Stifte zusammenkleben, hängt wohl auch am Zufall. "Die Jungs schaffen meistens mehr, das liegt wohl an der Kraft. Und einer hat sogar einmal alle sieben geschafft", erzählt Amelie Maier weiter von ihren Experimenten.

So, liebe fudder-Leser: Wie viele schafft ihr? Einfach mal selber ausprobieren und das Video nachmachen. Kaputt gehen die Stifte bei diesem Schlag übrigens nicht. Auch das haben die zwei Forscherinnen vom Fürstenberg-Gymnasium herausgefunden. Nur die Oberfläche wird etwas rauh. Oder es kann passieren, dass der mittlere Stift umknickt.

Viel Spaß beim Auf-den-Tisch-hauen!

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[Disclaimer: fudder bittet im Vorhinein bei allen Lehrern, Bürokollegen, Vorgesetzten und Untermietern für den Krach um Verzeihung]

Video: Marc Schätzle