Richtig zitieren: 5 Tipps eines Uni-Tutors

Manuel Lorenz

Ein Gespenst geht um, im studentischen Deutschland. Sein Name: Plagiat. Aber: Wie schreibt man seine Hausarbeit denn nun, ohne des Abschreibens bezichtigt zu werden? Marius Niemann, Tutor am Historischen Seminar der Uni Freiburg, gibt fünf Tipps, wie man richtig zitiert.



Marius Niemann (22) studiert seit fünf Semestern Deutsch und Geschichte auf Lehramt an der Uni Freiburg. Außerdem ist er Tutor für die Geschichte der Frühen Neuzeit und des Mittelalters. Seine Aufgabe ist dabei auch, den Studierenden beizubringen, wie man eine Hausarbeit schreibt - und wie man richtig zitiert. Im Folgenden fünf Tipps von Marius, wie man in seiner Hausarbeit richtig zitiert:

  • Zuallererst ist wichtig, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass auch ein wissenschaftlicher Text die Schöpfung seines Autors ist. Er besitzt sozusagen das Patent auf bestimmte Formulierungen, vor allem auf zugespitzte Thesen. Solche Formulierungen und Thesen auch selbst zu schaffen, ist wesentlicher Bestandteil einer Hausarbeit.
  • Dann muss sich der Student fragen: Wann zitiere ich überhaupt? Eine Hausarbeit soll keine reine Zitatsammlung sein. Zitate sollen einerseits dazu dienen, andere Argumentationen zu belegen und die eigenen zu fundieren; andererseits sind Zitate dazu da, den eigenen Forschungsansatz in den allgemeinen Forschungsstand einzuordnen.
  • Wortwörtlich sollte man nur konkrete Thesen und Stichhaltiges zitieren. Dabei darf man dann auf keinen Fall vergessen, eine Fußnote zu setzen und den Ursprung des Zitats anzuführen.
  • Die Paraphrase, also die Wiedergabe von Textpassagen in eigenen Worten, gebraucht man, um größere Zusammenhänge wiederzugeben, die einem bestimmten Autor entstammen und aber zu lang sind, um wörtlich zitiert zu werden. Auch in diesem Fall muss man unbedingt eine Fußnote setzen, die man mit „Vergleiche“ (abgekürzt: „Vgl.“) oder „Siehe“ einleitet.
  • Insgesamt sollte man weder zu viele noch zu wenige Fußnoten setzen. Wichtig ist, dass immer nachvollziehbar ist, von wem eine These stammt.
 

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