Reifenhändler schnappt "Hans Entertainment" und "Dagi Bee" die Markenrechte weg

Daniel Laufer

Beim "Schwarzwald-Stadion" des SC Freiburg hatte es bereits geklappt, nun hat der Herbolzheimer Unternehmer Sven Kovacs auch Markenrechte an "Hans Entertainment" und "Dagi Bee" angemeldet. Er will Merchandise-Shirts verkaufen – notfalls auch ohne das Einverständnis der Internet-Stars:



Hans droht, sein Management schimpft: Ein Herbolzheimer Reifenhändler will "Hans Entertainment" und "Dagi Bee" als Marke eintragen und mit Merchandise-Shirts Geld machen. Wie die Chancen stehen, dass er damit durchkommt:

Am Mittwoch stieg der Herbolzheimer Unternehmer Sven Kovacs ins Auto und fuhr nach Kenzingen. Die nötigen Unterlagen hatte er bereits dabei. Er klingelte an der Tür und traf Christopher Hans – alias Hans Entertainment. "Da habe ich nicht gleich die Katze aus dem Sack gelassen", erzählt Kovacs. "Ich habe gesagt: 'Ich würde gerne T-Shirts machen – mit dir drauf. Finden wir da eine Lösung?'"

Hans Entertainment hatte da auf seiner Facebook-Seite bereits weit über 100.000 Fans. Und Kovacs die Anmeldung ans Deutsche Patent- und Markenamt längst abgeschickt – bereits Anfang Juli wurde sie dort vermerkt. Sein Ziel: sich selbst die Marke "Hans Entertainment" zu sichern – in der Markenklasse für Bekleidung, die alles von Pullis bis hin zu Kappen oder Unterwäsche umfasst.

"Hans könnte die Marke zwar für einen anderen Bereich anmelden – aber für T-Shirts und so weiter? Keine Chance!" Kovacs plant fest, Merchandise-Shirts mit dem "Hans Entertainment”-Aufdruck zu vertreiben – und zwar als einziger, exklusiv. Notfalls will der Unternehmer das Merchandise über seine Firma Reifen-Markt.com auch ohne das Einverständnis des Künstlers verkaufen. "Der Hans ist sich noch nicht ganz schlüssig, was er davon hält", sagt Kovacs am Freitag.

Ins Geschäft könnten die beiden trotzdem kommen – aber nur dann, wenn Hans zulässt, dass Fotos von ihm auf den Shirts verwendet werden. Mittlerweile hat die Seite des Facebook-Stars 175.000 Likes – vergangene Woche berichteten BILD und Buzzfeed über ihn. Besonders unglücklich: Am Freitag hat er seinen eigenen Online-Shop eröffnet. Dort verkauft er ebenfalls "Hans Entertainment"-Shirts. Bekommt Kovacs seinen Willen, wird das wohl bald nicht mehr möglich sein. Zu einer Stellungnahme war Hans sowohl am Freitag als auch am Montag weder persönlich noch über seinen Manager zu erreichen.

Helene, der SC Freiburg und Dagi Bee

Was Kovacs macht, hat System. Nicht ohne Grund, betont er gerne, sind in Herbolzheim ein Fußball-Stadion und eine Straße nach ihm benannt. Seit zweieinhalb Jahren verkauft er T-Shirts im Internet – das Stück für rund 15 Euro. Der marktübliche Preis für die Produktion liegt bei weniger als einem Drittel. Anfang 2014 meldete er die Marke "Helene" an. "Wohlgemerkt nicht Helene Fischer!", sagt er und grinst. In seinem Shop gibt es nun Shirts mit Aufdrucken wie "Helene Ultras", "Helene Fanclub" oder "I love Helene" – nur eben ohne das Gesicht und den Nachnamen der Schlagersängerin.

Im Juli 2014, nur Tage, nachdem der neue Name durchgesickert war, sicherte sich Kovacs die Bekleidungsrechte an "Schwarzwald-Stadion" – das geht aus einer Eintragung beim Deutschen Patent- und Markenamt hervor. Dadurch durfte der SC Freiburg im Grunde keine Shirts mit dem Namen des eigenen Stadions verkaufen – bis vor wenigen Monaten. Dann übertrug der Unternehmer die Rechte an den Verein – schenkt man einem Eintrag auf Kovacs Facebook-Profil Glauben, vermutlich nicht ohne Gegenleistung.

Jedes Mal, wenn Kovacs eine Marke anmeldet, kostet ihn das rund 300 Euro. "Das ist wie Lotto-Spielen", sagt er. "Man hat das Gefühl, es könnte was werden – vielleicht aber auch nicht."

"Das Wort 'Sotrue' habe ich jetzt auch noch registriert, weil es im Prinzip ja Hans' Schlagwort ist", so Kovacs. Tatsächlich hat sich Hans "so true" neulich sogar auf den Arm tätowieren lassen.

Das Deutsche Patent- und Markenamt listet noch zwei weitere neue Einträge. Zum einen das Wort "Atemlos" – wohl nach dem Helene Fischer-Lied "Atemlos durch die Nacht". Zum anderen den Namen einer YouTuberin, mit mehr als zwei Millionen Abonnenten: "Dagi Bee".

"Da sind wir ja relativ kreativ", sagt Kovacs.

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[Foto Hans Entertainment: Daniel Laufer, Foto Dagi Bee: Screenshot YouTube/Dagi Bee]