Schnewlinstraße

Rathaus vertagt Entscheidung über Verkauf des Crash-Areals

Sina Gesell

Wie geht es weiter mit dem Crash-Areal? Die Stadtverwaltung will die Vorschläge der Initiative "Flurstück 277" abwarten, die am Samstag vorgestellt werden. Erst danach soll der Gemeinderat über den Verkauf des Grundstücks entscheiden.

Eigentlich sollte der Gemeinderat im Herbst über einen Verkauf des Crash-Areals an die Industrie- und Handelskammer (IHK) abstimmen, doch die Stadtverwaltung hat die Entscheidung nun vorerst vertagt. Sie will das Konzept abwarten, das die Initiative "Flurstück 277" bei einer Infoveranstaltung am Samstag vorstellt.


Nach der Vorstellung will das Amt für Liegenschaften und Wohnungswesen gemeinsam mit Finanz- und Baudezernat eine Gesamtbewertung vornehmen. Dies teilte Toni Klein auf BZ-Anfrage mit. Zum weiteren Zeitplan machte der Rathaussprecher keine Angaben.

"Flurstück 277" sammelt Ideen für den Standort

Nachbarn des Areals an der Schnewlinstraße hatten im Frühjahr die Initiative "Flurstück 277" gegründet, um den Verkauf des städtischen Grundstücks an die IHK abzuwenden (die BZ berichtete: Initiative sucht Alternativen fürs Crash-Areal). Bei Infoveranstaltungen und Workshops hatten die etwa 20 Beteiligten Wünsche und Vorschläge für eine künftige Neubebauung gesammelt. Laut Matthias Möller, einem Sprecher der Initiative, sind so zwei Entwürfe erarbeitet worden, die nun vorgestellt werden sollen. Die Pläne des Neubaus sehen eine Mischnutzung aus Clubbetrieb, Kleingewerbe und Ateliers sowie Wohnungen vor. Büroräume, wie sie die IHK plant, sind nicht vorgesehen. "Ziel ist es, ein selbstverwaltetes Gebäude zu betreiben", sagt Möller und verweist auf das beteiligte Mietshäusersyndikat.

Eigentlich hätte der Gemeinderat, wäre es nach Finanzbürgermeister Otto Neideck gegangen, bereits 2015 in nicht-öffentlicher Sitzung über einen Verkauf an die IHK entscheiden sollen. Der Punkt wurde allerdings von der Tagesordnung genommen, nachdem sich die Clubbetreiber beschwert hatten. Auch im Gemeinderat bildete sich Widerstand gegen einen schnellen Verkauf.

Zumindest für die beiden Szeneclubs scheint die Zukunft vorerst gesichert: Mittlerweile steht fest, dass Crash und Drifters bis zu einem möglichen Baubeginn 2024 sowieso bleiben können. Sollte die IHK das Areal kaufen dürfen, bekommt das Crash die Möglichkeit, danach in den Keller des Neubaus zu ziehen. Auch die Initiative "Flurstück 277" plane mit dem Crash, wie Möller sagt.

Die Finanzierung ist noch nicht geklärt

Das Treffen am Samstag sieht der Sprecher als "Rückmeldung aus dem Viertel". Natürlich erhoffe sich die Initiative "Flurstück 277" auch ein positives Signal aus den Reihen des Gemeinderats. Den einzelnen Fraktionen will sie das Ergebnis gesondert vorstellen. Als nächstes müssen Möller zufolge Finanzierungsdetails geklärt werden. Das Grundstück sollte damals für etwa 1,3 Millionen Euro an die IHK verkauft werden. Zu den Kosten für den Neubau will Möller noch keine Angaben machen, nur soviel: "Das Gebäude wird sehr teuer." Das Mietshäusersyndikat habe mit solchen Projekten aber viel Erfahrung.
Die Infoveranstaltung der Initiative "Flurstück 277" findet statt am Samstag, 19. November, 17 Uhr, im Keller des Crash in der Schnewlinstraße 7. Neben den Ergebnissen aus dem Beteiligungsprozess werden zwei Modelle für das Crash-Areal vorgestellt. Danach ist eine Diskussion geplant. Neben Anwohnern und anderen Interessierten sind auch potenzielle Mieter von Wohn-, Kultur- und Gewerberäumen willkommen.

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