Rapport von Haupt: SC Freiburg gegen VfB Stuttgart

SC-Rapporter

Jawollo. Endlich hat der SC gewonnen. Und dann auch noch gegen den VfB. Im Pokal. Revanche nach dem Halbfinale der vergangenen Saison geglückt. Achtelfinale ahoi. Der SC-Rapporter hat es miterlebt. Wie schon im vergangenen Heimspiel wieder auf unbekannten Gefilden.



Der Platz

Ich beschließe, das Spiel an diesem Abend wieder sitzend anzuschauen. Schon am Sonntag gegen Berlin war das ja gemütlich. Das ist das eine. Das andere ist, ich habe keinen Bock, mir von allen Seiten die beim Derby üblichen Schmähparolen durch den Gehörgang brüllen zu lassen. Deshalb führt mich der Weg von der Geschäftsstelle auf die Haupttribüne und dort in die Pressesektion.

Vor dem Anpfiff wird da auf einem Din-A4-Blatt die Mannschaftsausstellung verteilt, man sitzt an einem Tisch und hat beste Sicht aufs Spielfeld. Läuft.

Das tut es auch in der Reihe vor mir, wo fünf Kollegen (die wohl irgendwas mit Medien machen) sich Biere um Biere und Stadionwurst um Stadionwurst einverleiben, während sie regelmäßig zu Sprechchören von der Nordtribüne parallel ihr eigene Version singen. Der dritte von links und rechts in der kleinen Reihe wird mit zunehmender Spieldauer immer siegestrunkener.

Das Spiel

Der Sportclub rennt sich in die Partie hinein und zeigt auch immer wieder gute Ansätze nach vorne. Die berühmte Durchschlagskraft zerschellt vor dem Tor der Stuttgarter jedoch. Die Gäste hingegen bekommen mit zunehmender Spieldauer immer mehr Chancen. Zur Halbzeit bleibt es aber beim torlosen Remis. Im kleinen langgezogenen Presseraum des SC bemerkt ein Stuttgarter Kollege zwischen Wienerle, Kartoffelsuppe und Sponsorenjoghurt: „Freiburg hat eine Mannschaft, die zusammen spielt. Stuttgart hat nur Einzelakteure.“

Die Sprechchöre

Abgesehen von den typischen Hassparolen macht es am meisten Spaß, als die VfB-Fans „Finale, Finale“ skandieren, was der SC-Anhang mit „Europapokal, Europapokal“ kontert. Am schönsten und passendsten ist es aber, als die Nordkurve schunkelt und singt „den Spoooortclub-Freiburg-Walzer tanzen wir…“

Die Tore

Ich sehe es, und meine Schwester bekommt es am Telefon zu hören. Als sie anruft und ich ihr erklärt habe, dass ich im Stadion bin, sprechen wir kurz über..TOOOOOR! Den zweiten Treffer spielt der Sportclub super heraus. Ausgangspunkt ist an der linken Seitenlinie Pavel Krmas, der es irgendwie schafft, sich aus der Not heraus zu retten und so den überfallartigen Angriff einleitet, den Mike Hanke mit seinem Treffer abschließt. Als der VfB am Ende noch den Anschlusstreffer erzielt, ist kollektives Zittern angesagt. Gedanken an die Europa League werden wach. Der Schiedsrichter schickt sie mit dem Abpfiff ins Land der Alpträume.

Der König des Platzes

Erst den Vertrag verlängert und dann Glanzparade nach Glanzparade. Identifikationsfigur Oliver Baumann!

Das Fazit

Puh, endlich das ersehnte Erfolgserlebnis. Die Revanche für die Halbfinalniederlage der vergangenen Saison ist geglückt. Das ist schön, so auch der Blick von der Haupttribüne auf Nord, wo die Mannschaft mit den Fans die La Ola macht.

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