Rails Girls Basel: Ein Wochenende lang Programmieren lernen

Carolin Buchheim

Liken, Rebloggen und Pinnen sind für die allermeisten Internetnutzerinnen die häufigsten Tätigkeiten im Netz. Den Ausweg aus dem passiven Internetkonsum will die Organisation Rails Girls bieten – und gezielt Frauen Programmieren näher bringen. Am 20. und 21. September gibt's einen Rails-Girls-Workshop in Basel.



„Kuratieren ist cool. Aber selber machen ist viel cooler!“ sind sich die Rails-Girls-Initiatorinnen Linda Liukas und Karri Saarinen sicher. Als die beiden Finninnen im Winter 2010 zum ersten Workshop einluden, kamen gleich 100 Mädchen und Frauen zusammen, um gemeinsam zu lernen, wie man selbst eine Webanwendung baut.


Die Idee, Frauen in entspannter Atmosphäre die Möglichkeit zu geben, Programmieren zu lernen, hat sich seitdem weltweit verbreitet. In den vergangenen Monaten gab es Rails-Girls-Events  nicht nur in Singapur, Auckland und Buenos Aires, sondern auch in Maputo und Taipeh. Am 20. und 21. September findet zum zweiten Mal ein Rails-Girls-Wochenende in Basel statt – im Unternehmen Mitte, dem Zentrum der Basler Digitalkultur. Der Name der Veranstaltung bezieht sich übrigens auf Ruby on Rails, einem in der Programmiersprache Ruby geschriebenen System, mit dem Webanwendungen erstellt werden können. Für die Teilnehmerinnen sind die Veranstaltungen kostenfrei - sie werden komplett durch Sponsoren finanziert, die Coaches arbeiten ehrenamtlich.

Für Rodrigo Haenggi (Bild rechts), einen der beiden Initatoren des Basler Rails-Girls Wochendes ist die Sache klar: „Programmieren können ist ein Skill wie eine Fremdsprache“, sagt der Programmierer und Gründer einer Webagentur. „Selbst, wenn man sie nicht perfekt kann, kann sie den Alltag erleichtern.“ Zum Beispiel, wenn man eine Website bauen will – oder jemanden beauftragen soll, eine Website zu bauen.

„Heutzutage gibt es fast keine Jobs mehr, bei denen man nicht mit Software arbeitet. Programmierkenntnisse können einen ein Leben lang begleiten“, sagt Haennggi. Am Ende des Workshops sollen die Teilnehmerinnen nicht nur ihre Kenntnisse erweitert haben, und wissen, was denn eigentlich MySQL, Ajax und PHP sind sondern auch etwas vorzeigen können, zum Beispiel eine To-Do-Liste als Webanwendung im Netz.

Mitbringen müssen die Teilnehmerinnen neben dem eigenen Laptop – Betriebssystem egal – nur Motivation, die auch bei der Bewerbung kurz dagelegt werden muss; Platz gibt es für 40 Teilnehmerinnen. "Beim ersten Rails Girls in Basel waren viele Frauen dabei, die in Start-Ups oder Unternehmen, arbeiten, in denen es auch Programmierer gibt. Mit denen wollten sie besser kommunizieren können", sagt Haenggi. "Außerdem waren auch Studentinnen da, die aus ihrem Alltag an der Hochschule schon einiges kannten."

Um Frauen mit ersten Programmiervorerfahrung oder mit konkreten Ideen für eigenen Projekte individuell betreuen zu können, werden die Teilnehmerinnen für die Dauer des Workshop in zwei Gruppen aufgeteilt. „Am schnellsten lernt man Programmieren, wenn man eine Lösung für ein eigenes digitales Problem entwickelt“, sagt Haenggi. „Wir sagen immer 'Scratch your own itch!' Dann ist es einfach.“

Mehr dazu:

Was: Rails Girls Basel
Wann: Samstag, 20. und Sonntag, 21. September 2014
Wo: Unternehmen Mitte, Basel
Anmeldung: Rails Girls Basel   [Bild 1: Daniel Puglisi (CC BY-SA 2.0); Bild 2: Privat]