ProxTube: GEMA-Sperre auf YouTube einfach umgehen

Dominik Schmidt

Heute schon den verdutzt dreinblickenden Smiley auf YouTube gesehen? Videos mit GEMA-lizenzierter Musik werden auf YouTube häufig mit dem Hinweis, dass die erforderlichen Rechte nicht eingeräumt wurden, gesperrt. Das Browser-Addon "ProxTube" soll jetzt Abhilfe schaffen und die Sperre umgehen.



Sie sollen ihren Scheiß endlich mal regeln, motzten die Hamburger Jungs von Deichkind auf ihrer Facebook-Seite. Gemeint war die GEMA, auf Grund derer kurz zuvor Deichkinds neuestes Video auf YouTube gesperrt wurde. Auch Sven Regener von Element of Crime nutzt das S-Wort, als er im Bayrischen Rundfunk gegen die Kostenloskultur wetterte. Die Musikwelt streitet sich und die Verwertungsgesellschaft GEMA und YouTube liegen seit 2009 im Zwist, weil sie sich nicht auf eine Lizenzierung einigen können.


Doch was soll das alles den Nutzer interessieren, dachte sich Malte, ein 17-Jähriger Programmierer, und entwickelte ProxTube, ein Addon für Firefox und Chrome. ProxTube entsperrt Videos auf YouTube mithilfe von einem Proxy. Ein Proxy ist ein zwischengeschalteter Rechner, der YouTube eine andere Herkunft vorgaukeln kann. Da die Videos nur für deutsche Nutzer gesperrt sind, leitet ProxTube die Verbindung einfach über einen amerikanischen Server um.

In unseren Tests funktioniert das allerdings nicht sehr zuverlässig. Der Schwachpunkt dieses Tricks ist die Verfügbarkeit des Proxy. Kann keine Verbindung hergestellt werden, bleibt das Video gesperrt. Auf der Facebook-Seite von ProxTube gibt es auch einige derartige Beschwerden. Auch haben auf Webseiten eingebundene Videos nicht immer funktioniert. Da hilft nur das Video auf der YouTube-Seite direkt aufzurufen.

Aber einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul. Anstatt ganz auf ein Video zu verzichten, lohnt es sich ProxTube zu testen. Dank der unkomplizierten Installation und Bedienung ist der Aufwand nicht groß. Langfristig sollten wir uns aber alle eine Einigung zwischen GEMA und YouTube wünschen. Das hat in anderen Ländern ja bekanntlich auch funktioniert.

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