Premiere für das Theaterprojekt MUTU

Kristina Bieda

Eigentlich studiert Julia Wernet (25) an der PH in Freiburg Kunst und Deutsch auf Grund- und Hauptschullehramt. Doch Julia liebt Theater. Morgen und am Samstag zeigt das von Julia ins Leben gerufene Theaterprojekt MUTU in der Kammerbühne Andri Beyelers Stück "the killer in me is the killer in you my love." Wie Julia dazu gekommen ist, erzählte sie Kristina.



Julia, wie bist du auf die Idee mit dem Theaterprojekt gekommen?

Ich beschäftige und interessiere mich schon lange für Theater. Zugleich ist mir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wichtig, und mit diesem Theaterprojekt kann ich beides verbinden.

Wie bist du auf das Stück gekommen?

Ich wurde auf das Stück in einem Deutsch-Seminar an der PH aufmerksam. Andri Beyelers Umgang mit der Sprache, mit Sprachlosigkeit, hat mich fasziniert. Die Unfähigkeit der Figuren, sich wirklich mitzuteilen, zu kommunizieren. Und die Herausforderung, diese Texte in einer Form zu inszenieren, die vielleicht auch Momente echter Begegnung ermöglichen würde. Mit einer Kommilitonin entstand dann die Idee "the killer in me is the killer in you my love" für Jugendliche zu inszenieren.



Wer spielt da mit und wie hat du die Personen für die Sache gewinnen können?

Wir sind eine ziemlich bunte Mischung von PH- und (ehemaligen) Uni-Studenten, ein Schauspielschüler ist auch dabei. Ich habe jeden gezielt auf eine bestimmte Rolle hin angesprochen, das hat gut funktioniert, zumal es nicht allzu schwer war, die Leute für die Sache zu gewinnen, da alle von der Idee, Theater für Schüler zu machen, begeistert waren.

Wie hat das mit dem Proben geklappt?

Dass es mit den Proben geklappt hat, hing von viel Organisation und gutem Willen aller Beteiligten ab. Wir sind schon Proben- oder Theaternomaden. Die ersten Leseproben haben wir in der heimischen Küche abgehalten, danach wurde uns für die zunächst wöchentlichen Proben von der Universität Freiburg ein Raum in der alten UB zur Verfügung gestellt. In der Sommerpause des Theaters hatten wir die Möglichkeit, ein paar Tage in der Kammerbühne zu proben. Ein Probenwochenende auf einer Hütte im Allgäu hat uns nach langer Probenpause einen schönen Neueinstieg beschert. Und nun waren wir auch noch für eine Woche an der Pädagogischen Hochschule.



Es ist schon ungewöhnlich, dass eine noch unbekannte Theatergruppe ihren Einstand am Theater Freiburg feiert. Wie kam das zu Stande?

Es handelt sich bei unserem Stück zum einen um eine Kooperation der PH und des Stadttheaters. Zum anderen wollen wir an dieser Stelle ein großes Dankeschön senden an Viola Hasselberg, Dramaturgin und Schauspieldirektorin des Stadttheaters, denn durch ihren Einsatz und Engagement wurde es uns ermöglicht, in der Kammerbühne des Theater Freiburg zu spielen.

Hattest du auch professionelle Unterstützung?

Ich hatte und habe Hilfe von meinen wundervollen Mitstreitern in diesem Projekt. Meine Freundin etwa, die sich in der Ausbildung zur Theaterpädagogin befindet, stand mir immer wieder mit Rat und Tat zur Seite. Es wurde von uns alles in Eigenarbeit geleistet, professionell im klassischen Sinne ist nur die Musik von Michael Deeg und Bernd Ender. Letzterer, besser bekannt als ManisOnFire, spielt und singt sogar live in unseren Vorstellungen.



Wie bist du auf den Namen gekommen?

MUTU bedeutet Herz auf Nepali. Die Frage nach dem Grund des Titels soll sich der Zuschauer in unseren Aufführungen selbst beantworten.

Gibt es mit MUTU noch weitere Pläne?

Momentan nicht. Vielleicht dürfen wir im Januar nochmal in der Kammerbühne spielen. Ansonsten werde ich mich nach den ganzen Aufführungen erst mal wieder meinem Studium widmen.



Was: the killer in me is the killer in you my love (Regie: Julia Wernet)
Wann: 7. und 8. November 2008, 20.30 Uhr
Wo: Kammerbühne, Theater Freiburg