Powerpop oder was auch immer

Lisa Adams

Trotz bekanntem Frontman haute das Konzert von The Lost Patrol Band am Mittwoch in der Mensabar nur wenige Leute vom Hocker. Powerpop, oder was auch immer sollte es geben. Lisa war für fudder dabei.



Zuerst die Vorband: Life at these Speeds schrien sich durch die erste Stunde Wartezeit vor dem brennend erwarteten Main-Act. Das, was die Herren auf der Bühne machten, nennt man, meiner Kenntnis nach, Hardcore. Für mich war es nerviges Rumschreien ohne die Spur einer Melodie oder sogar eines Melodiewechsels. Schlagwort: Vergewaltigter Punk.


Um halb elf, gut eineinhalb Stunden nach dem angekündgten Konzertbeginn, hüpften die possierlichen Lost Patrol Band-Musiker schließlich auf die Bühne. Der frühere „Z“-Stempel mit dem Aufdruck Gaylord kam mir in den Sinn: Enge Hosen, Stoffschuhe und verklärter Blick. Typische Indie-Rocker. Gähn.

Der Rest der Band sah witzig aus und spielte mit interessant verzerrt-entrückter Miene energiereichen und undefinierbaren Indie-Rock-Pop: Sie nennen es Powerpop.

Whatever.

Ganz ehrlich: Die Musik war wirklich nicht schlecht. Schwedisch eben. Man könnte die Hives, Mando Diao und die Shout Out Louds einfach parallel mitspielen lassen und man würde keinen Unterschied hören. So sind sie halt, die lieben Schweden, aber genau deswegen mag man sie ja. Weil man zur Musik so schön herumhüpfen kann.

Genau das machte der Dennis mit der engen Hose auf der Bühne auch vor, erzählte dem Publikum zwischen den Stücken, wie intelligent sie doch wären weil sie im „Mensa Club“ seien und legte hin und wieder einen kleinen Rock’n’Roll-Sprung wie aus dem Handbuch ein.

Powerpop halt: Was auch immer.

 



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