Pop-Up-Brühstation am Sonntag in der Galerie Artraum

Lucas Dueck

Filterkaffee ist der bessere Kaffee, findet Sergej Korotaev. Am Sonntag richtet er im Artraum in der Wiehre eine Brühstation ein. Was Dich dort erwartet:



Ohne konisches Mahlwerk geht gar nichts, mit weniger als 15 Bar kann man nur Plörre produzieren, Milch und Zucker haben in der Tasse überhaupt nichts verloren – und wer etwas anderes sagt, hat von echtem Kaffee ja sowieso keine Ahnung – so hört man das von militanten Kaffee-Liebhabern aus den USA. In Deutschland sieht man das noch entspannter – und doch: Den Trend gibt es.


"In moderner Sprache könnte man sagen, das ist ein Produkt für die Hipster", sagt Sergej Korotaev, der am Sonntag in der Galerie Artraum eine Pop-Up-Brühstation einrichten wird. Das heißt: Der 35-Jährige wird dort einen Tag lang Kaffee brühen – auf seine Art. Entspannt soll es dabei zugehen, das bringt schon die Brühmethode mit sich: Drei bis vier Minuten braucht sein Filterkaffee. "Das soll auch eine Zeremonie sein, für die man sich ein bisschen Zeit nimmt."

Der Kaffee als Zeremonie

Im Gegensatz zum Kaffee aus Siebträgermaschinen, dem Mokkakännchen oder der French-Press, hat der Filterkaffee – der 1908 in Deutschland erfunden wurde – einen eher schlechten Ruf. Schnell denkt man an die olle, verkalkte Kaffeemaschine von Omi, der kaum etwas Trinkbares zu entlocken war. Ein falsches Bild, so Korotaev. Denn um die spezielle Charakteristik aus einem Kaffee herauszuholen, sei das Filtern die beste Methode. Das Wasser bleibe dabei nämlich wesentlich länger in Kontakt mit dem Kaffee und hätte so mehr Zeit, das Aroma aufzunehmen.

Espresso sei außerdem konzentrierter. "Das ist dann wie ein schwerer Wein – da sind die Geschmacksnerven auch ein Stück weit überreizt." Wenn man Filter benutzt, habe man hingegen einen sehr feinen Geschmack. "Das geht fast in Richtung Tee." Die Bohnen sind aber genauso wichtig. Wie beim Weinbau gibt es verschiedene Sorten und Anbaugebiete, die den Unterschied machen. Bücher zu wälzen, bringe da nichts, sagt Korotaev. "Man muss den Kaffee schmecken, um ihn zu verstehen."

Dazu gibt Sergej Korotaev den Besuchern des Artraums am Sonntag die Gelegenheit. Neben einer Ausstellung der Freiburger Künstlerin Evelyn Höfs baut er seine Brühstation auf. Verkauft wird nichts – Spenden werden aber gerne genommen. "Wenn alles gut läuft, mache ich vielleicht jeden Sonntag ein Pop-Up." Neue Ideen hat Korotaev bereits: "Cold brewed Kaffee würde ich gerne anbieten – oder Tee aus dem Fruchtfleisch der Kaffeekirschen."

Mehr dazu:

Was: Pop-Up-Brühstation mit Filterkaffee
Wann: Sonntag, 8. März 2015, 12 bis 18 Uhr
Wo: Galerie Artraum, Hildastraße 17, 79102 Freiburg [Foto: Sergej Korotaev]