Pollenflug über Freiburg: Wie allergisch bist du?

Manuel Lorenz & Anne

Diese Tage gehören zu den schönsten des Jahres. Für Nicht-Allergiker. Menschen, die mit Pollen Probleme haben, verkriechen sich im Extremfall in isolierte Räume. Heuschnupfen ahoi. Wie stark belastet der aktuelle Pollenflug die Freiburger? Hier kommt eine Umfrage sowie ein kleiner Ratgeber vom Allergologen.

Umfrage



Sarah 23, studiert VWL

Ich bekomme um diese Zeit immer rote Augen und es fängt an zu jucken – im Hals und in den Augen. Ich nehme Tabletten gegen Allergien. Wie die Tabletten heißen, weiß ich gar nicht. Auf welche Pollen oder Gräser ich allergisch bin, weiß ich auch nicht.




Nils, 22, studiert VWL

Ich bin auf Birken- und Buchenpollen allergisch. Auf die reagiere ich mit Schnupfen und Asthma. Gegen die Allergie verwende ich Tabletten und Nasenspray. Im Frühjahr und im Spätsommer ist es am schlimmsten. Vielleicht hilft ja Alkoholkonsum, da befinde ich mich aber noch in der Testphase.



Rafael, 31

Ich bin auf verschiedene Pollen allergisch. Draußen habe ich nur wenige Probleme mit Pollen. Aber in geschlossenen Räumen, in denen sich die Pollen sammeln, machen sie mir schon zu schaffen. Mir läuft dann die Nase und ich muss niesen. Ich schlucke dann eine Lorano-Tablette und dann geht es mir schnell wieder besser.



Sebastian 22, absolviert das Berufskolleg Technische Kommunikation

Ich hatte letztes Jahr Heuschnupfen und tränende Augen. Vielleicht bin ich wegen Asthma auch ein wenig vorbelastet. Dieses Jahr bin ich bis jetzt von allem verschont worden.

Was rät der Allergie-Experte?

Was kann man gegen Allergien tun? Und welche Pollen fliegen wann? fudder hat beim Freiburger Allergologen Ulrich Luther nachgefragt.



Dr. med. Ulrich Luther sagt:

Symptome

"Wenn man Pech hat, kann man von Dezember bis November Heuschnupfen haben. Erle und Hasel fangen schon im Dezember an zu blühen. Davon war dieses Jahr aufgrund der vielen kühlen Tage nur wenig zu spüren. Anfang Mai folgen dann die Gräserpollen, unter denen momentan viele Leute leiden. Allerdings sind die Gräserpollenallergiker jetzt noch nicht auf dem Höhepunkt ihrer Beschwerden. Bei denen wird es erst im Juni am schlimmsten. Ab Mitte Mai fangen die Birkenpollen an, Roggenpollen kommen auch noch dazu. Zwischen August und September folgen die Kräuterpollen.

Ursachen für die Allergie sind oft erbbedingt. Die Eltern müssen nicht mal Heuschnupfen haben, sie können auch eine komplett andere Allergie haben. Lediglich die allergische Veranlagung wird vererbt. In der Regel sind diese Allergien auch chronisch.

Gräserpollenallergiker kommen in Deutschland am häufigsten vor. Die Gräserpollen fliegen am längsten und man kann ihnen nicht wirklich aus dem Weg gehen. Klar ist die Allergenbelastung geringer, wenn man zuhause bleibt  und sich von Wiesen fernhält. Dennoch sind Pollen, die den Heuschnupfen verursachen, Allergene, die sich lange in der Luft befinden. Es macht kaum einen Unterschied, ob man eine Wiese direkt vor dem Haus hat oder mitten in der Stadt wohnt, die Pollen fliegen überall.

Die Pollenbelastung ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Vergangenes Jahr gab es eine extrem hohe Baumpollen-Konzentration, dieses Jahr war der Baumpollenflug eher flach.

Typische Beschwerden bei Allergikern während der Pollenflugzeit sind Augenjucken und -tränen, Niesreiz und Schnupfen; auch Hals und Rachen können anfangen zu jucken. Bei stärker Betroffenen wandert die Allergie sogar bis in die Bronchien, man spricht hier von einem Etagenwechsel. Dabei entsteht ein hohes Risiko, allergisches Asthma zu bekommen.

Knapp die Hälfte aller Heuschnupfler hat solche Probleme. Asthma bei Jugendlichen ist überwiegend auf Allergien zurückzuführen. Bei Nichtbehandlung kann allergisches Asthma gefährlich werden, unter Umständen folgt eine Dauerschädigung, die auch mit einer Therapie nicht mehr lösbar ist.

Behandlung

Leider sind in Deutschland nur sehr wenige Betroffene in fachärztlicher Behandlung. Ich rate, sich unbedingt testen zu lassen, bevor es zu weiteren Schädigungen kommt. Es gibt zwei Behandlungsmöglichkeiten. Zum einen kann man die Symptome behandeln. Hierbei helfen Nasenspray, Augentropfen und Tabletten, die Beschwerden zu unterdrücken. Desweiteren gibt es die ursächliche Behandlung durch Hyposensibilisierung. Man bekommt über Jahre Allergene gespritzt oder man nimmt sie ein.

Durch solch eine längerfristige Behandlung wird der Körper tolerant gegenüber Allergenen. Man kann die Allergie damit auch nach Jahren noch mildern. Außerdem entsteht dadurch ein viel geringeres Asthmarisiko."

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