Spiel-Hype

Polizei rückt mehrfach wegen Pokémon-Go-Spielern in Freiburg aus

Carolin Buchheim

Hinter dem Freiburger Münster ist ein Hotspot örtlicher Pokémon-Go-Spieler. Bis zu hundert Spieler versammeln sich dort, um Pokémon zu fangen. Den Anwohnern wurde es zu viel: Sie riefen mehrfach wegen Ruhestörung die Polizei.

Es ist die vielleicht beste Stelle, um in Freiburg Pokémon zu fangen: der Platz hinter dem Münster zwischen Münsterbauhütte und Konviktskirche an der Herrenstraße. Dort haben Fans des Smartphone-Spiels "Pokémon Go" beste Bedingungen für die Jagd nach den niedlichen Monstern. Hier überschneiden sich die Einzugsbereiche mehrerer Pokéstops, an denen man mit sogenannten "Lockmodulen" besonders viele Pokémons anlocken kann.


Die Pokémon-Fans kommen mit Liegestühlen – oder mit dem Auto

Nachmittags und abends kommen deshalb die Fans in Scharen – bis zu 100 Spielerinnen und Spieler sitzen dann auf den Bänken vor der Münsterbauhütte, unter den Bäumen vor der Konviktskirche oder mit den Füßen im Bächle – und mit dem Handy in der Hand.



Den Anwohnern wurde es zum Wochenende zu viel. Mindestens drei Mal riefen verschiedene Bewohner am Freitag und Sonntag die Polizei – jeweils zwischen 23 Uhr und Mitternacht. Die Pokémon-Spieler seien zu laut, hörten Musik, schrien herum oder brächten Liegestühle mit. "Die Anwohner fanden bei ihren Anrufen sehr deutliche Worte für ihre Frustration", sagt Polizeipressesprecherin Laura Riske.

Die Polizei rückte aus und traf jeweils noch 50 bis 60 Spielerinnen und Spieler an – zu laut waren die nach Einschätzung der Beamten allerdings nicht mehr. Am Sonntag stellten sie auch zwei Autos von Spielern im Halteverbot in der Konviktstraße fest; dafür gab es Strafzettel.

Spieler fordern zur Rücksichtnahme auf

Die Spieler haben das Problem erkannt. In einer Facebookgruppe für Freiburger Spielerinnen und Spieler rief ein Mitglied die Mitspieler am Montagmorgen zur Mäßigung auf: "Och Leude, muss das echt sein?", heißt es dort. "Hinterm Münster sieht’s aus wie Sau. Räumt doch bitte den Müll in den nahegelegenen Mülleimer. Keine Lust dass wir die Aufmerksamkeit der Negativpresse oder der Stadt(verwaltung) auf uns ziehen."

In der weiteren Diskussion war auch der Lärm ein Thema. "Genauso wie die laute Musik nach 22 Uhr", pflichtete ein anderer Nutzer bei. "Gestern war die Polizei wieder da... das geht nimmer lang dann ist es vorbei am Münster."

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