Blaulicht

Polizei nimmt 62-Jährigen fest, der Pulver an Freiburger Staatsanwaltschaft geschickt haben soll

Simone Höhl

Bei der Staatsanwaltschaft Freiburg ist ein Brief mit unbekanntem Pulver eingegangen. Das löste einen Großeinsatz aus. Die Polizei hat einen Verdächtigen festgenommen. Der hatte seine Adresse hinterlassen.

Die Staatsanwaltschaft hat die Post am Montagmorgen bekommen und gegen 8.30 Uhr die Polizei alarmiert, sagte morgens Polizeisprecher Jerry Clark auf BZ-Anfrage: "Da war ein Brief drin mit einem Pulver, wir wissen nicht, was es ist, und ob es gefährlich ist." Der Brief wurde wohl von einer Mitarbeiterin der Vollstreckungsabteilung geöffnet, sagte Ralf Langenbach, Sprecher der Staatsanwaltschaft.


Absender stand auf dem Brief

Ein 62-jähriger Mann aus Müllheim soll den Brief abgeschickt haben, sagte Polizeisprecher Clark am frühen Nachmittag. Die Festnahme war bereits am Vormittag erfolgt. "Es war nicht so schwierig", meinte der Sprecher und bestätigte gegenüber der BZ: Der Absender stand auf dem Brief hintendrauf.

Der Verdächtige befindet sich in Polizeigewahrsam. Clark zufolge wurde ein Betreuungsverfahren angeregt. Der 62-Jährige soll heute noch von einem Arzt untersucht werden. Details, auch zum Motiv und Inhalt des Schreibens, sind nicht bekannt. "Das befand sich ebenfalls im Umschlag und konnte aufgrund der laufenden Stoffuntersuchung noch nicht ausgewertet werden", so die Polizei. Das Revier Nord ermittelt.

Polizei: Pulver ist unbedenklich

Inzwischen steht auch fest, dass das Pulver ungefährlich ist. "Wir wissen definitiv, dass es biologisch unbedenklich ist, auch wenn wir noch nicht wissen, um was es sich genau handelt", sagte Jerry Clark. Die Analyse dauert noch an.

An Freiburgs südlicher Kaiser-Joseph-Straße waren am Morgen hohe Sicherheitsvorkehrungen angelaufen. Die Feuerwehr war mit mehreren Fahrzeugen und 25 bis 30 Kräften vor Ort und sicherte den Fund. "Sie hat die Schutzausrüstung dazu", erklärte Polizeisprecher Clark. Zwar gab es keinen Hinweis, dass von der unbekannten Substanz eine Gefahr ausgehen könnte. Dennoch mussten die Einsatzkräfte davon ausgehen.

Große Absperrung auf der Kajo

Das Gebäude wurde abgesperrt, Einsatzkräfte haben Absperrband aufgezogen, später auch die Kaiser-Joseph-Straße vor dem Haus. Die Feuerwehr benötigte Platz für ihre Fahrzeuge. Der Auto- und Straßenbahnverkehr wurde behindert. Die Haltestelle am Holzmarkt konnte während des Einsatzes nicht benutzt werden.

Die Einsatzkräfte stellten den Fund sicher. Im Innenhof wurde ein Dekontaminationszelt aufgestellt. Im Einsatz waren Berufsfeuerwehr und der ABC-Zug der Freiwilligen Wehr, wobei ABC die Abkürzung von atomar, biologisch und chemisch ist. Das Zelt wird bei Einsätzen zur Gefahrenabwehr standardmäßig aufgebaut, erklärte Philipp Golecki vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz. Darin können Feuerwehrleute, die mit einem Gefahrgut in Kontakt kommen, die Kleidung wechseln oder auch duschen.

Die Mitarbeiterin blieb unverletzt

Auch ein Notarzt eilte in den Gebäudekomplex von Staatsanwaltschaft und Freiburger Amtsgericht. Vorsorglich wurden die Mitarbeiter des Hauses, die mit dem Brief in Berührung kamen, ärztlich beraten. Vor allem die Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft, die den Brief geöffnet hatte. "Sie hat ein bisschen etwas abbekommen und wurde untersucht", sagt Polizeisprecher Clark: "Sie ist unverletzt."