Playlist Preview: Hank the DJ @ The Great Räng Teng Teng

Matthias Cromm

Die Playlist-Preview: Wir befragen einen DJ nach den Tracks, die er auf jeden Fall auflegen wird. Auf welche Platten und Tracks freut sich unser Playlist-DJ ganz besonders? Was verbindet er mit diesen Liedern? Heute Hank the DJ. Er spielt heute Abend im Great Räng Teng Teng.




Der nächste "Nachtexpress nach St. Tropez"? Mittwochabend im Great Räng Teng Teng! Mit wirtschaftswunderlichem Händchen legt Hank the DJ die deutschsprachigen 50er und 60er Jahre auf. Musik, zu der halbstarke Mopedfahrer in Lederjacken am Autoscooter abhingen und nachkrieglich rebelliert wurde: Hula Hoop und Twist, Bigband und Rocknroll. Der Schlagerologe Hank führt vor Ohren, was in Deutschland damals abging!

Diese Tracks hat Hank mit dabei:

01. Boogie-Woogie-Twist - Fredy Brock & seine Twist Makers
Der Karlsruher Fredy Brock war Trompeter bei Max Greger, nebenher hatte er auch seine eigene Combo: Freddy Brock & seine Twist Makers. Er war bekannt für komödiantischen Einlagen, die ihm die Spitznamen "Gummigesicht" und "lustiger Fredy" einbrachten. In den frühen 60ern spielte er viel in amerikanischen Clubs, aus dieser Zeit stammt auch diese Nummer.
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02. At The Hop - Ralf Bendix & die Hansen Boys
Wie viele Schlager ist auch diese Nummer aus dem Englischen geklaut. Das Original von Danny & the Juniors war 1957 für fünf Wochen Platz eins der US-Hitparade. 1958 hat es Ralf Bendix in Deutschland auf Platz 16 geschafft. Paulchen Kuhn spielt übrigens dieses Wahnsinns-Piano. Ralf Bendix ist auch der Kerl, welcher den schrecklichen Babysitter-Boogie verbrochen hat.
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03. Sexy Hexy - Danny Mann

Ist im Original Connie Francis mit Stupid Cupid. Der deutsche Text pendelt wie immer irgendwo zwischen Katastrophe und grandios. Na ja, Ende der 50er sah die Welt auch noch verdammt anders aus. Wirklich grossartig finde ich die Handclaps. Danny Mann hat außerdem noch einen anderen prima Hit: Hula Hoop – man ahnt es schon …
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04. Kitty Kat - Peter Kraus

Peter Kraus und Ted Herold gelten als die ersten deutschen Rocknroller. Peter Krausens erste musikalische Veröffentlichung war 1956 eine deutsche Version von Little Richards "Tutti Frutti" mit den grandiosen Textzeilen: In der Bingo-Bongo-Bar schmeckt der Whiskey wunderbar. Kitty Kat ist aus dem dufte Steifen Alle Lieben Peter, da geht es total rund! Peter Kraus hat dann in den 60ern begonnen, als netter Junge von nebenan schreckliche Schmuseschmonzetten zu singen und die Welt mit noch viel schrecklicheren Filmen zu terrorisieren.
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05. King Creole - Will Brandes

Will Brandes war ausgebildeter Opern-Tenor. Der deutsche Text ist relativ nah an Elvis Presleys Nummer von 1958 gehalten, was ihn recht ulkig macht, vor allem die Sache mit dem swingenden Eisbären auf dem Pol. Letztendlich sind aber auch die englischen Originale nicht immer besonders glücklich getextet, fällt nur meistens nicht so auf. Will Brandes hat den Song 1959 aufgenommen.
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06. Ohne Ein Bestimmtes Ziel - Bernd Spier

Bernd Spier war nie ein richtiger Rocker, seine Songs sind eher weichliche 60s Schlager. Allerdings hat er 1964 eine Single mit gleich zwei Chuck Berry-Nummern besudelt. Die A-Seite ist der Hit "Memphis Tennessee", auf der B-Seite gibt’s "No Particular Place To Go". Da weiß ich gar nicht, was ich besser finden soll.
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07. Ich Suche Dich - Roy Black
Butter bei die Fische und Hand aufs Herz, ich bin Roy Black Fan. Roy Black wollte ja immer gerne Rocknroll machen, man wollte ihn ja nicht so recht lassen. Wie leider oft hat die Polydor die Gitarre zu leise gemischt, und das Piano kann man ja nur noch erahnen. Trotz allem eine schöne Version von "His Latest Flame" vom King. Ulkigerweise ist das die B-Seite vom "Kotzbrocken Ganz In Weiss".
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08. Mister Patton aus Manhattan - Renee Franke
Renee Franke hatte bereits in den 40er Jahren beim englischen Soldatensender BFN gesungen. Diese Adaption aus von Bill Haleys "See You Later Aligator" aus dem Jahr 1957 bildet eine absolute Ausnahme in ihrem Repertoire, welches ansonsten aus schrecklichen Schlagern wie "Die Weisse Hochzeitskutsche" oder "Am Tag Als Der Regen Kam". Allerdings hatte sie bereits 1955 die Bill Haley-Nummer "Crazy Man Crazy" unter dem Titel "Musikverrückt" gecovert, und damit war sie in Sachen Rocknroll in Deutschland verdammt früh dran!
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09. Black Boy Jacky - Paul Würges & die Rocking Allstars
Paul Würges galt bereits Mitte der 50er als einer der besten Gitarristen Deutschlands. Qualitativ sind seine Songs denen der „großen“ Ted Herold und Peter Kraus überlegen, aber richtigen Erfolg hat er nie. Dafür macht er sich einen sehr guten Ruf als Musiker und spielt unter anderem bei  Max Greger, Hugo Strasser, Ambros Seelos, Paul Anka, Chubby Checker, Billy Sanders und Tony Sheridan. Black Boy Jacky ist aus dem Film "Gruß und Kuß vom Tegernsee" von 1957.
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10. Hipp Hipp - Ronny Twen & die Perrys

Das Original "Runaround Sue" von Dion und den Del Satins ist eine astreine Doo Wop-Nummer. Schon das war eine Herausforderung, das Dion und seine Jungs weiß sind ist für Doo Wop schon schwierig, aber eine solche Nummer einzudeutschen, ist verdammt mutig. Ich finde es ganz gut gelungen, fast so ulkig wie Ted Herolds "The Wanderer".
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Mehr dazu:

Was: Nachtexpress nach St. Tropez mit Hank the DJ
Wann: 1. Juni 2011, 22 Uhr
Wo: The Great Räng Teng Teng