Playlist Preview: Das Gabi & Klaus DJ-Team feiert Weihnachten im Teng

Carolin Buchheim & Matthias Cromm

Das Gabi & Klaus DJ-Team - unsere Redakteurin Caro und Elpi-DJ/Flight13-Verkäufer/fudder-Rezensent Matze - legt heute Abend vorweihnachtliche Musik im Great Räng Teng Teng auf. Zu welchen flotten Weihnachtssongs ihr heute Abend die Füße schwingen könnt, während ihr an den großzügig bereitgestellten Spekulatius und Lebkuchen knabbert:



"That joke isn't funny anymore"
heißen die Aufleg-Donnerstage von Caro und Matze im Teng. Damit verweisen sie - natürlich - auf den gleichnamigen Smiths-Hit. Und auch ein bisschen darauf, dass zu oft überall die gleiche Musik läuft. Bei den beiden nicht, auch wenn sie jedesmal mindestens einen Song von den Schmitzens beziehungsweise von ihrem Sänger Morrissey auflegen.


Davon abgesehen servieren sie - streng abwechselnd, übrigens - Post-Punk-Klassiker, Platten, die Matze in New York gekauft hat, auf CDs gebrannte mp3, die Caro von ihrem Freund Frank empfohlen gekriegt hat, Zeug das auf Pitchfork gelobt wird und tatsächlich gut ist, Hits von dänischen Bands, die sich leider aufgelöst haben, den Backkatalog von Saddle Creek und Matzes liebste Country-Knaller.

Am Tag vor Heiligabend muß dieses Programm natürlich erweitert werden: und zwar um die schönsten, besten, trashigsten Weihnachtssongs von Pop-, Indie-, Rock-, Country- und Punkbands! Heiße Musik gegen den Cold Turkey at home!

Diese Weihnachtstracks haben Caro und Matze dabei:


01. Holly Golightly -  Christmas Tree's On Fire

Zugegeben, ich bin verliebt in Holly Golightly. Sie ist eine bezaubernde Person. Holly hat mit 'Thee Headcoatees' Girl-Garage Geschichte geschrieben, Mudhoney, Rocket From the Crypt, Greenhornes. Die White Stripes verehren Holly und luden sie als Gastsängerin, in Jim Jarmuschs Film 'Broken Flowers' laufen Tracks von ihr. Und Holly ist toll, schön, charmant und kann Whiskey für zwei trinken. "Christmas Tree's On Fire" ist herzerwärmender Lowfi-Pop zu Weihnachten auf einer süssen Picture-7inch. Ich bin verliebt. Ausserdem ist das kein Künstlername, sie heisst wirklich so! [Matze]
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02. Bob Dylan - Must be Santa
Ich bin sehr froh, dass Bob Dylan sich im vergangenen Jahr dazu entschlossen hat, sein musikalisches Werk um ein - von seinen Fans sicher nicht unbedingt erwartetes - Weihnachtsalbum zu bereichern. Ich wüsste gerne, was ihn dazu bewegt hat. Vielleicht hat er eine Wette verloren? Ganz egal, was der Grund war: ich bin sehr sehr sehr froh, dass es dieses Album gibt. Denn Dylans Version von 'Must be Santa' und das dazugehörende Video, in dem er aussieht wie die "wahnsinnige Tante von Tom Petty", wie ein NPR-Moderator seinen Look sehr zutreffend beschrieb, sind einfach durch und durch großartig. Danke, Bob! [Caro]
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03. The Cramps - Elvis Fucking Christ

Die Cramps sind ja nun nicht für weihnachtliche Stimmung bekannt, eigentlich ist das auch gar kein Weihnachtslied. Aber irgendwie doch: The big rock awards crowned a brand new king! Und wie sagte doch John Lennon so schön: "Before Elvis, there was nothing."

"Well the evil gave us Elvis
Drugs, sex and rock'n'roll
Greenbacks, fuzz and feedback
Demonseed and banshee hole
Frogs fallin' down from heaven
Thunder under hell"

Das sich Erick 'Lux Interior' Purkhiser selbst als 'Elvis Fucking Chris't bezeichnet macht die Sache in meinen Augen nur noch besser. [Matze]
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04. Frightened Rabbit - It's Christmas so we'll stop
Zur Frightened Rabbit-Gutfinde-Party bin ich ein bisschen spät gekommen, denn meinen ersten Frightened Rabbit-Song habe ich vor 364 Tagen zum ersten Mal gehört, an Heiligabend 2009. Es war 'It's Christmas so we'll stop". Mit dem Hören dieses Songs habe ich dann drei Tage lang nicht aufgehört, und das war sehr schön. Danach wollte ich ganz dringend auch die anderen Songs der Band aus Schottland gutfinden, aber obwohl ich den Akzent von Sänger Scott Hutchison sehr  super finde, hat das leider nicht so richtig funktioniert. Denn kein Song von Frightened Rabbit kann an diesen hier heranreichen. Ihr dürft dazu gerne mit dem Traumboy - oder girl, mit dem ihr auf der Klassenfahrt in der elften Klasse fast zusammengekommen wärt, und den oder die ihr heute Abend im Schlappen zum ersten Mal seit fünf Jahren wiedersehen werdet, Stehblues tanzen. Ab Minute 3 ungefähr kann man bei Bedarf auch hüpfen oder heulen oder knutschen. Nur zu! Nur zu! [Caro]
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05. Black Lips - Christmas in Baghdad

Die Hipsterboys aus Brooklyns Williamsburg sind ja bekannt für ihre derben Späß und konsequente politische Inkorrektheit. Ungestüm rotzen sie sich irgendwo zwischen Indie und 60ies Garage, zerstören Bühnen und Instrumente, brechen Herzen und Knochen. Ich hatte mal das Vergnügen, die Spinner im Hinterzimmer eines Brooklyner Schallplattenfachgeschäftes zu sehen: Es war ein Inferno und die Jungs trugen goldene Leggins.

Und wenn das keine frohe Botschaft ist:

"Christmas in Baghdad can be such a drag,
I don't want to come home in a body bag."

Goldene Leggins und Schnauzbärte, ich dreh durch! [Matze]
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06. The Christmas Jug Band - Santa lost a Ho

Zum Auswendiglernen bis heute Abend hier die erste Strophe und der Chorus von "Santa lost a Ho":

"Santa used to like to chuckle
He’s always been a belly full of laughs
Sitting in his Santa Claus chair
Posing for those photographs
But now he don’t laugh so much
A fact about one third less
Ol’ Saint Nick got a problem
Man he’s in an awful mess

Cause he used to go Ho Ho Ho
Now he’s only going Ho Ho __.
Uh-Oh! Where’d the other Ho Go?
I don’t know?
But Santa’s felling mighty low
He used to Heidi Ho
Uh-Oh. Where’d the other Ho go?
I don’t know?
Santa lost a Ho.

[Caro]
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07. Leopold Kraus Wellenkapelle - Santa Claus, you've Got a Lovely Daughter
Warum nicht mal mit den eigenen gelungenen Releases angeben? Die Wahl stand knapp zwischen der Wellenkapelle und dem Heavy Trash Hit "Christmas in Königstein". Das Zünglein an der Waage war dann doch Torpedo Toms grandiose Gesangskünste, die uns allen vor Augen führen,  wie schön es ist, dass es Instrumental Bands gibt. Des Song ist geklaut von Herman's Hermits, da heisst er allerdings Mrs. Brown You've Got A Lovely Daughter. Ein Juwel das unter keinem Weihnachtsbaum fehlen darf. Schnell noch für die Lieben daheim einkaufen... [Matze]Anhören


08. The Killers - Don't shoot me Santa
Ich mag die Killers nicht. Ich mag allerdings, dass sie seit fünf Jahren (übrigens ungefähr der Zeitpunkt, als ihre Alben für meine Ohren unerträglich wurden) alle Jahre wieder eine Weihnachtssingle veröffentlichen. Ich wünschte, mehr Bands würden diesem Beispiel folgen. Der beste Weihnachtssong der Killers ist ganz klar "'Don't shoot me Santa". Und außerdem will ich den Pullover haben, den Brandon Flowers im Video trägt.
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09. The Yobs - Rub-A-Dum-Dum
Die 1976 gegründete Punkband The Boys aus London gelten als die Beatles des Punk. Sie selber sahen sich immer als Popband, waren aber nie finanziell erfolgreich. Unter dem Namen "The Yobs" nahmen sie diverse Weihnachts LPs und Singles auf die sich teilweise recht spöttisch mit dem Thema beschäftigten oder auch mal "Silent Night 1-2-3-4" runterbrezeln. Diese Version vom kleinen Drummerboy ist noch unsäglicher als die des heiligen Mr.Cash (der Herr habe ihn selig) und das Cover der Single von 1979 ist dermassen absurd  (Wehrmachtsuniform mit Babyschnulli umgehängt!), dass ich gar nicht weiss wohin mit mir und ob das nun genial oder ganz daneben ist. So war Punk 1979. Toll! [Matze]Anhören


10. The Black Arts - Christmas Number One
Ähnlich ernsthaft wie die Yobs haben sich The Black Arts im Dezember 2007 mit dem Thema Weihnachtssong auseinander gesetzt. Die Band, die aus Mitgliedern von Black Box Recorder ("Black") und Art Brut-Sänger Eddie Argos ("Arts") besteht, wollte mit ihrem ironischen Track nicht nur eine 'Christmas Number One' in England landen, sondern auch - wir erinnern uns, das war eine langjährige Obsession von Herrn Argos - zu 'Top of the Pops'. Beides hat leider nicht gefunzt. Die Sendung gab's schon nicht mehr, und die Nummer Eins an Weihnachten machte X-Factor-Kandidat Leon Jackson mit 'When you believe'. Schade, eigentlich.
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Mehr dazu:

Was: That Joke isn't funny anymore feiert Weihnachten
Wann: Donnerstag, 23. Dezember 2010, ab 22 Uhr
Wo: The Great Räng Teng Teng
Eintritt: frei