Playlist Preview (114): Thorsten Leucht

Marc Schätzle

Die Playlist-Preview: Wir befragen einen DJ nach seinen Tracks, die er am Wochenende auf jeden Fall in einem Club auflegen wird. Auf welche Platten und Tracks freut sich unser Playlist-DJ ganz besonders? Was verbindet er mit diesen Liedern? Dieses Mal vom Subculture-Chef Thorsten Leucht. Er spielt morgen abend in der Jackson Pollock Bar.



Beats, Bites & Pieces heißt Thorsten Leuchts neue Veranstaltungsreihe in der Jackson Pollock Bar. Ich freue mich ganz besonders, dass er sich endlich zu einer Playlist in unserer Serie hat  hinreißen lassen. Heute abend gibt es elektronische Leckerbissen aus vergangenen Zeiten.  Längst vergessene Scheiben aus den Bereichen Techno,  Minimal und Techhouse werden wieder auf die Teller gepackt und lassen musikalisch die Zeit noch einmal Revue passieren.


Diese Tracks hat Thorsten mit dabei:

01. Laurent Garnier / The Men With The Red Face (Svek Remix, F-Com 2000)
Anfang der 90er habe ich mir eine schlimme Saxophonallergie eingefangen, muss wohl irgendwo zwischen Infinity und How Gee gewesen sein. Heute ist es wieder etwas besser, es darf mir zwar immer noch kein Saxophonist im Club über den Weg laufen, aber diese Platte geht wieder. Im Gegensatz zur aktuellen Big-Room-Primetime-Interpretation von Mark Knight und Funkagenda findet der Tune bei mir in der Hinleitung zur Nacht seinen gepflegten Einsatz.
Anhören

02. Console / 14 Zerozero (Virgin 1999)
Ein edles Stück Low-Fi-Electronic, mit zuckersüß kitschigen Vocoder-Vocals. Auch noch heute, 10 Jahre nach Veröffentlichung, kann ich mich selten zwischen der Single-Version und dem „Japaner lost im Ultraschall“ Remix auf der Flipside entscheiden.
Anhören

03. Peaches / Shake Yer Dix (XL Recordings 2004)
Ob ich mich diesmal trauen werde, Tiga’s echt derben „Where were you in `92“ Remix über den mittigen Break hinaus zu spielen, also bis zu dem Part, wo dann die TB 303 ordentlich zu zwitschern beginnt und der sensible Clubbetreiber nicht selten besorgniserregt die Frequenz des Ausgangs im Auge behält, wird die Nacht zeigen.
Anhören

04. Jeans Team / Keine Melodien (MJ Lan Mix, Kitty Yo 2001)
Schon 100 mal mitgeschleppt das Teil, aber es gibt nur Nächte im homöopathischen Maße, in der die Platte ihren Einsatz findet. Nur eine Party, die bereits brennt wie nichts Gutes, hat diesen Deluxe-Rave-Tune wirklich verdient. Gepflegtes durchdrehen für die Raving Society!
Anhören

05. Louie Austin / Hoping (Metthew Herbert’s High Dub, Cheap 2002)
Der kann singen, der Kerl. Hammer! Wenn Herbert auf Loui, den Frank Sinatra der Electronic-Liga trifft, dann muss das ja passen. Vocalhouse für Fortgeschrittene.
Anhören

06. Phantom/Ghost / Nothing Is Written (Accidently Overdose Remix by Tobias Thomas & Superpitcher, Ladomat 2003)
Soundtechnisch nicht unbedingt Kölnig, aber dann doch irgendwie. Ob der Behäbigkeit mit welcher der Track daherrollt, etwas schwierig den geeigneten Einsatzzeitpunkt zu finden. In der richtigen Stimmung schiebt das Teil aber gewaltig, getanzt wurde hierzu auch schon mal.
Anhören

07. Martini Brös. / Flash (Original Mix, Poker Flat 2002)
Wer „Wir flashen jedes Weekend, und alles just for you, wir tun es 'cause we love it, kommt her und hört uns zu!" nicht mit verbundenen Augen mitsingen kann, hat vermutlich die letzten sieben Jahre in einem Erdloch verbracht. Sowas von entspannt der Song und auch noch irre sympathisch!
Anhören
08. Blumfeld/Steve Bug / Tausend Tränen tief/Loverboy by DJ Koze (Big Cat 1999)
Klar, alter Hut, aber muss halt. Was eigentlich nicht passt, wird hier passend gemacht. Und siehe da, es ist ein Mashup, und was für eins! Da kommen BWLer ebenso zurecht mit wie Clubheads. Das Tanzflächenhybrid für die ganze Familie!
Anhören

09. Northern Lite / Gone (Gunjah Remix, 1st Recade 2004)
Geht völlig okay mit mir, wenn da mal jemand den kompletten Tune über singt. Natürlich muss derjenige dann aber bitte eine Stimme haben wie Andreas Kubat. Die Beats von Dresden’s finest, DJ Gunjah, tun ihr Übriges. Jetzt klappt’s auch mit dem Tanzflur.
Anhören

10. Marshall Jefferson vs. Noosa Heads / Mushrooms (Salt City Orchestra Out There Mix, Airtight 2000)
Unlängst und völlig zu Recht in zig Mixen re-released und integraler Bestandteil des Hauses, welches Jack einst gebaut hat. Nicht das Fundament, aber zumindest ein statisch relevantes Teil hiervon. House wie er mal war und gerne mal wieder sein dürfte. Fette wie typische Beats, charismatische Vocals (nettes Storytelling!) drüber, fertig ist die Laube. …and i never took a mushroom again!
Anhören (Zweites von unten)

Bonustrack

The Art Of Noise / Moments In Love (Island 1983)
Mein romantischstes Stück Musikgeschichte! Soll – bitte merken – auf meiner Beerdigung gespielt werden. Am liebsten natürlich live und in Originalbesetzung. Bis dahin tut’s aber auch der gelegentliche Einsatz im Club. Aufgrund von Theatralik, Schwermut und natürlich der Geschwindigkeit ergo Tanzbarkeit, meistens halt im Glanze des Putzlichts.
Anhören

Mehr dazu:

Was: Beats, Bits & Pieces
Wann: Samstag, 16. Mai 2009, 23 Uhr
Wo: Jackson Pollock Bar
Eintritt: bis 0 Uhr €2, danach €3

Noch mehr Termine:

Alle Termine zum Wochenende findet ihr in unserem fudder-Partyplaner "Wo rockt's?". Termine unter der Woche findet ihr unter der Rubrik Kalenderbeim Navigationspunkt "Freie Zeit". Viel Spaß beim Stöbern.